Charles, RayGeburtshelfer des Soul: Ray Charles‘ ultimativer Kreativhöhepunkt.

Als Atlantic-Chef Ahmet Ertegün seinen blinden Schützling 1952 für schlappe 2500 Dollar aus einem Vertrag mit dem Lokallabel Swing Time Records in Los Angeles freikauft, avanciert der bis dato leidlich populäre Sänger, Pianist und Komponist binnen Kurzem zum Erfolgsinterpreten: ›Mess Around‹ und ›It Should’ve Been Me‹ entern 1953/54 die Top 5 der Billboard R & B Charts – selbstverständlich finden sich beide Durchbruchshits auch auf THE ESSENTIAL COLLECTION, ein 2-CD-Set mit 40 Tracks jener Epoche. Abgerundet durch eine zusätzliche DVD, die einen raren Konzertmitschnitt vom Antibes Jazz Festival 1961 enthält, als Ray Charles sich auf dem Kreativhöhepunkt befand. Als Innovator von Soul und R & B etabliert sich Charles zum weltweit geschätzten Qualitätsgaranten, aber auch zum Vorbild für die British Beat & Blues Invasion der frühen 60er Jahre. Ausnahme-vokalisten wie Joe Cocker, Rod Stewart, Steve Winwood, Chris Farlowe und Long John Baldry zeigen sich mehr oder minder offen inspiriert von Charles’ seelenvollem Vortrag. Im Stil-Crossover aus Gospel, Jazz, Blues, Country, Pop und R & B formatieren sich Hits zu Ever-greens: ›I Got A Woman‹, erste R & B-Nummer-Eins, folgen ›A Fool For You‹, ›Mary Anne‹, ›Hallelujah I Love Her So‹, ›This Little Girl Of Mine‹, ›Drown In My Own Tears‹, ›Lonely Avenue‹ und ›The Night Time (Is The Right Time)‹. Schon 1956 rekrutiert Charles die All-Girl-Truppe The Raelettes. Der weltweite Durchbruch erfolgt 1959 mit dem anzüglichen Gassenhauer ›What’d I Say (Part 1 & 2)‹. Charles’ Hithändchen beweist sich auch nach dem Wechsel von Atlantic zu ABC Records im Jahr 1960 als untrügerisch: ›Hit The Road, Jack‹, ›Georgia On My Mind‹ und ›One Mint Julep‹ gelten längst schon als Standards der Pop-Historie.