Review: 999 – THE ALBUMS 1977–1980

999 The Albums

Werkschau der Londoner Punks.

An einem gewöhnlichen Wo­­chentag im Frühjahr 1981: Der Autor steht kurz vor seinem Schulabschluss und sollte eigentlich fleißig zu Hause für die letzten Klausuren üben. Geschenkt, 999 gastieren am Abend in der Hamburger Markthalle, da muss man zwingend dabei sein. Klausuren einfach mal Klausuren sein lassen und Mut zur Lücke beweisen. An einem Sonntag im Dezem­ber, wir schreiben das Jahr 1976, formieren sich 999 um die Brüder Nick Cash und Guy Days in London. Ein halbes Jahr später steht mit ›I’m Alive‹ die erste Single in den Läden und verkauft sich so ausgezeichnet, dass die Plat­ten­firma United Artists die Band unter ihre Fit­tiche nimmt. Gefolgt von ›Nasty! Nasty!‹, dem vielleicht bekanntesten Track des Quartetts. Im März 1978 hieven sie das gleichnamige Debüt in die Shops, ›Me And My Desire‹ und ›Emer­gency‹ werden als Singles ausgekoppelt. Im Herbst selbigen Jahres, kaum sechs Monate sind seitdem ins Land gezogen, präsentieren die Londoner (vervollständigt durch Bassist Jon Watson und Drummer Pablo LaBrittain) mit SEPERATES bereits Album Nummer zwei. ›Ho­­micide‹ wird der erfolgreichste Hit der Punks, die Hymne ›Feelin’ Alright With The Crew‹ eine Hommage an ihre Fans. In produktionstechnischer Hinsicht ist THE BIGGEST PRIZE IN SPORT ein Quantensprung. Die Songs sind kompakter und zugänglicher, böse Zungen würden jetzt natürlich sagen: kommerzieller. ›Boys In The Gang‹, ›Trouble‹ und ›The Biggest Prize In Sport‹ zählen zu den Bringern. Auf der folgenden US-Tournee schneidet die Band das famose Live-Mini-Album THE BIGGEST TOUR IN SPORT mit, das sich hier auf der Rarities-CD wiederfindet, die 22 gesuchte Stücke enthält. 999 sind heute immer noch aktiv und sogar zu drei Vierteln im Original-Line-up.

7/10

999
THE ALBUMS 1977–1980
CHERRY RED/ROUGH TRADE

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