Review: A Perfect Circle – EAT THE ELEPHANT

Grandioses Comeback einer grandiosen Band.

Das Artwork mit Sänger Maynard James Keenan als Zwitter aus Cyborg und Riff Raff, der einen schleimig-blauen Oktopus offeriert, wirkt eher abstoßend. Umso überraschender, weil zugänglicher ist dagegen die Musik, denn auf ihrem ersten Album seit 14 Jahren erfindet sich die Allstar-Band aus Mitgliedern von Tool, Pus­cifer, Smashing Pumpkins und Eagles Of Death Metal komplett neu. Statt in hartem, kantigem Alternative-Rock schwelgt das Kollektiv in einem opulent-bombastischen Gebräu aus Electronica, Rock und klassischen Film-Scores. Da treffen Streicher, Harfe und Klavier auf Se­­quenzer und atmosphärische Gitarren, die für einen manisch intensiven Düstersound von wahrhaft cineastischem Ausmaß sorgen. Eben Hans Zimmer in morbid – und verfeinert mit einem ungewohnt melodischen, fast schon süßen Gesang sowie bitterbösen Texten über die Irrungen und Wirrungen des Zeitgeists. Wobei Maynard die Mächtigen und Reichen, aber auch die Lethargischen und Blinden aufs Korn nimmt, mal „Per Anhalter durch die Ga­­laxis“ (›So Long, And Thanks For The Fish‹) zi­­tiert, den verstorbenen Ikonen der Popkultur (›The Doomed‹) huldigt und als Lösung des Trump-Problems die gute, alte Schrotflinte empfiehlt (›Get The Lead Out‹). Tolles Album. Mehr davon!

9/10

A Perfect Circle
EAT THE ELEPHANT
BMG/WARNER

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