anathema a sort of homecomingTriumphales Heimspiel.

Für eine Liverpooler Band kommt es einem Ritterschlag gleich, in der örtlichen Kathedrale auftreten zu dürfen. In dieser Hinsicht ist Anathemas „Home­coming-Show“ am 7. März 2015 gleich mehrfach ein singuläres Ereignis: Einerseits markierte der Auftritt in den ehernen Hallen den Schlussakt einer beispiellos erfolgreichen Konzertreise zum Album DISTANT SATELLITES, andererseits den bisherigen Höhepunkt der Live-Karriere. Viel ist passiert, als ein paar Liverpooler vor 25 Jahren dem Doom und Gothic Metal halfen, Laufen zu lernen. Aus juvenilen Metalheads in ihrer Sturm-und-Drang-Phase sind weltweit anerkannte Musiker geworden, A SORT OF HOMECOMING legt Zeugnis über diese beeindruckende Wandlung ab. Vor ausverkauftem Haus und in einer Kulisse, die Vincent Cavanagh nicht unberechtigt mit Erebor verglich, spielte die Band ein Akustik-Set zum Niederknien, ein Erlebnis, das Fans wie Presse­vertreter im Anschluss ein „einzigartiges Konzert“ nannten. Was diese Show so einzigartig macht, ist nicht die musikalische Brillanz. Die kennt man von Anathema. Es ist einer dieser Momente, in denen sich alles perfekt zusammenfügt. Die Stimmung ist nicht zuletzt dank 5.1-Sound selbst auf Platte eine selten intensive, selbst im eigenen Wohnzimmer hält man unweigerlich den Atem an, wenn sich die kaskadierenden Pianos von ›Anathema‹ stetig intensivieren. Ein großer Moment selbst für Ana­thema-Verhältnisse.

9/10