Review: Benjamin von Stuckrad-Barre – Remix 3

Benjamin von Stuckrad-Barre Ich glaub mir gehts nicht so gut ich muss mich mal irgendwo hinlegen

Best-of der letzten acht Jahre.

Erst der große autobiografische Roman („Panikherz“), dann die wie nebenbei hingeworfene, tagebuchartige Erzählung („Nüchtern“) und jetzt also die Text­sammlung „Remix 3“. Stuckrad-Barre arbeitet, er schreibt um seinen Status als popkultureller Chronist der Gegenwart. Und als solcher nimmt er sich die Großen vor. Wimbledon-Schauen mit Wimbledon-Sieger Boris Becker, Essengehen mit Oscar-Preisträger Florian Henckel von Don­nersmarck, auf Partys rumstehen mit Courtney Love. Alles kein Problem. Ob alles so passiert ist? Wer weiß, wenn jemand die Connections hat, dann Chateau-Marmont-Stammgast Stuckrad-Barre. Klatsch ist das nicht, auch kein billiges Ran­schmeißen, der Blick ist der des teilnehmenden Beobachters, freundlich, aber auch subtil ironisierend. Da es sich um Texte aus den vergangenen acht Jahren handelt, wirkt manches ein bisschen aus der Zeit gefallen, besonders der Jahresblick 2013 mit Harald Schmidt. Rainer Brüderle war damals noch Thema, Papst Benedikt gerade zurückgetreten. Amüsant allemal, aktuell nicht mehr so. Brillant sind die gleichzeitige Heldenverehrung und Abrechnung mit Rainald Goetz, das freundschaftliche Porträt von Christian Ulmen oder die Texte zu Madonna und Pharrell Williams. Und, nicht zuletzt, das gemeinsame Drehbuchschreiben mit Helmut Dietl. Der wurde schon in „Panikherz“ gewürdigt, ein Zitat aus „Kir Royal“ ist dem neuen Buch vorangestellt, dazu der letzte Satz aus Jörg Fausers „Roh­stoff“. Gut gewählt!

8/10

Ich glaub, mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen. Remix 3
Von Benjamin von Stuckrad-Barre
Kiepenheuer & Witsch

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