Review: Bob Mould – SUNSHINE ROCK

Bob Mould Sunshine Rock

Immer weiter nach vorne: Bob Mould haut erneut ein Großwerk raus.

Vor knapp zehn Jahren hat es bei Bob Mould Klick gemacht. Vorbei die Zeiten, in denen der Ex-Sänger der Indie-/Punk-/Core-Superhelden Hüsker Dü skeptisch auf sein eigenes Erbe schaute, Schuldgefühle hatte, mit dem eigenen Schicksal haderte und daher versuchte, als Solokünstler eine Mu­­sik zu spielen, die sich von allem distanzierte, was er zuvor gemacht hatte. Bob Mould klang nicht mehr nach Hüsker Dü, nicht mehr nach seinem Alternative-Powerpop-Projekt Sugar, mit dem er in den 90ern Erfolg gehabt hatte. Er klang: bemüht. Dann begann mit dem sehr passend betitelten Album SILVER AGE eine neue Phase: selbstbewusste Alben, vollgepackt mit stürmisch-hymnischen Gitarrenrocksongs. BEAUTY & RUIN und PATCH THE SKY folgten, der Erfolg war wieder da – und nun legt Mould mit SUNSHINE ROCK nach. Der Titel deutet es schon an: Es geht nach vorne auf diesen zwölf Songs, eine bessere Frühlingsplatte ist kaum denkbar. Erstaunlich, wie locker Bob Mould Gi­­tarrenriffs raushaut, die supereingängig sind und dennoch um die Ecke denken. Der Refrain von ›What Do You Want Me To Do‹ ist ein gutes Beispiel, Bob Mould spielt auf textlicher Ebene den Verwirrten, weiß musikalisch aber genau was er will. Das Titelstück oder ›Sunny Love Song‹ sind genau die Hits, die diese Titel versprechen. Der große Bruch ist der Song ›Lost Faith‹: pure Verzweiflung, Pes­simismus, vielleicht eine Reaktion auf den Tod des Ex-Hüsker-Dü-Trommlers Grant Hart im Jahr 2017. Doch auch dieses Stück treibt nach vorne. Denn Stillstand darf es nicht geben.

8/10

Bob Mould
SUNSHINE ROCK
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