Review: Enuff Z‘ Nuff – DIAMOND BOY

enuff Z NuffÜberraschend angenehm…

Enuff Z’Nuff haben eine bewegte Bandgeschichte hinter sich: zahl­reiche Besetzungswechsel, tragische Tode, Labelroulette, falsche Genre-Schubladen, oft nur ein paar Zenti­meter vom großen Durchbruch entfernt – und schlussendlich auch noch der finale Weggang von Mas­termind Donnie Vie. Andere Gruppen hätte das schon lange zum Aufgeben verleitet, die 2016er-Neubesetzung jedoch lässt sich nicht beirren und bringt unter der Gesamtleitung von Bassist Chip Z’Nuff DIAMOND BOY raus. Besagtes Werk wird durch ein verträumtes Intro mit dem passenden Titel ›Transcendence‹ eingeleitet und entwickelt sich zu einer astreinen Power-Pop-Rock-Platte mit großen Melodien und modernem Alternative-Anstrich, die manchmal klingt, als hätte man die aktuellen Cheap Trick mit einem Tupfer Soundgarden versehen. Ehrlich gesagt ist man positiv überrascht, wenn sich Nummern wie der schneidige Titeltrack mit ironischen Reimereien, treibende Coolness á la ›Me­­talheart‹ oder die vielen subtil melancholischen Lieder wie ›Down On Luck‹ schnell ins Ohr eingravieren. Ganz an die Leichtfüßigkeit und vor allem die Songwriting-Qualität von früheren Hoch- und Vie-Zeiten kann die Neue zwar nicht anknüpfen, dafür aber transportiert sie den Sound von Enuff Z’Nuff auf angenehme Weise noch ein Stück weiter Richtung Gegenwart.

7 von 10 Punkten

Enuff Z‘ Nuff
DIAMOND BOY
Frontiers/Soulfood

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