Review: Fuck Yeah – FUNNY FARM

Fuck Yeah Funny Farm

Die Wucht der Wechsel.

„Week by week I’m shrinking, week by week I’m thinking: Is this what I wanted?“, fragt Markus Naegele immer wieder insistierend. Er muss es raus lassen, macht den Mund auf und legt den Hebel um. Energie und Impetus sind vorhanden, aber es erschlägt den Hörer nicht. In ›Hippo‹ steckt erst Punk-Druck, dann wird es verträumter, geht es um den Ausflug eines Nilpferds zum Polarkreis. Fuck Yeah nehmen sich auf ihrem zweiten Album die Freiheit, über so etwas nachzudenken. Sie reißen nie einen Stil herunter, achten dafür auf Schattierungen. In ›Bad Seeds‹ wird es akustisch, spartanisch, intim. ›Remember‹ ist ruppiger, es kommen einige Grundeinflüsse der Band (Replacements, Dinosaur jr.) zum Vorschein. Für ›No Fuck-Up‹ setzen die Münchner auf an Johnny Marr angelehnte, perlende Gitarrenak­korde. ›How I Learned To Love (The Dead)‹ klingt keineswegs morbide. Es geht vielmehr um die Beziehung zu The Grateful Dead, dazu gesellt sich das Raffinement von sanften Disco-An­spielungen. Fuck Yeah sind vor drei Jahren recht spontan auf der Szene erschienen. Nun verstärken sie den Eindruck, reizen sie mehr Mittel aus und sorgen dafür, dass nicht gleich wieder alles verpufft. Und zwar auf fucking packende Art und Weise.

8/10

Fuck Yeah
FUNNY FARM
MY REDEMPTION RECORDS/CARGO

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