Review: Jerry Leger – NONSENSE & HEARTACHE

Jerry Leger Nonsense And Heartache

Das Folk-Rock Meisterwerk eines bisher Unbekannten.

Er ist zwar erst Anfang 30, doch der kanadische Songwriter wirkt wie ein alter, weiser Mann. Er hat die DNA traditionsreicher Genres in sich aufgesogen, hat gut zugehört und kann aus dem Vollen schöpfen, ohne sein Repertoire zu offensichtlich an die großen Vor­bilder (insbesondere Hank Williams und Neil Young) anzulehnen. Nachdem er 2013 dem Gitarristen und Songwriter der Cowboy Junkies, Michael Timmins, über den Weg lief, hatte er einen Fan mehr – und ein kleines Budget in der Tasche, mit dem er die Platte EASY RIDER (2014) aufnahm. Der Erfolg blieb aus. Doch nun, wo sich endlich die Berichte über dieses verkannte Genie häufen, gibt es ein Doppelalbum zu bestaunen, das alle Fähigkeiten des Kanadiers zusammenführt. Mit einer ruppigeren, bluesrockgetränkten ersten Hälfte und emotionalem Country-Folk in der zweiten. ›On The Fishing Line‹ und ›Coat On The Rack‹, bei denen er sich enthusiastisch in der Musik verliert, sind die Highlights der vorderen Seite. Neben ausufernden Stücken findet er aber auch immer wieder den Zug zum Refrain, kann seine Form von Rockmusik auf fast schon poppige Art und Weise verdichten, etwa beim ›Big Smoke Blues‹. Gegen Ende reiht er dann eine Country-Folk-Perle an die nächste. Schon jetzt ist Jerry Leger eine der Ent­deckungen des Jahres.

9/10

Jerry Leger
NONSENSE & HEARTACHE
LATENT/ H’ART

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