Review: Motorpsycho – THE CRUCIBLE

Motorpsycho The Crucible

Make loud, not war.

Erst knapp 18 Monate sind seit dem Vorgänger THE TOWER vergangenen, THE CRUCIBLE schließt daran optisch wie musikalisch an, ist jedoch weit mehr als eine bloße Fortsetzung. Es schöpft noch mehr aus düsteren und experimentellen Quellen und wirkt dennoch fokussierter. Ganze drei Songs haben es auf THE CRUCIBLE geschafft, wobei der Titeltrack gar die 20 Minuten übersteigt. Diese Zeit braucht er auch, um seine ganze Klasse zu entfalten. Konventionelle Song­strukturen waren noch nie die Stärke der Band. Heißt der Opener ›Psychotzar‹ so, weil das Riff zu Beginn direkt an ›Supertzar‹ von Black Sabbaths SABOTAGE erinnert? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ansonsten kommt der mit fast neun Minuten kürzeste Song ohne weitere Anleihen aus Birmingham aus. Neu-Drummer Tomas Järmyr ist erst das zweite Mal mit an Bord, spielt sich aber derart in Rage, dass es eine Freude sein dürfte ihm dabei live zuzusehen (die dazugehörige Tour startet im Mai). ›Lux Aeterna‹, über zehn Minuten lang, ist streckenweise sehr jazzig. Wie immer fallen die drei Norweger (mit 30-jährigen Bandjubiläum in diesem Jahr) musikalisch komplett zwischen die Stühle. Zu unhandlich für die Punks, zu knorrig für die Prog-Rock-Nerds. Motorpsycho machen es einem auch auf THE CRUCIBLE nicht einfach. Warum auch? Motorpsychodelic sollte als Stilrichtung aufgenommen werden. Es ist das Zauberwort, das das Trio am besten beschreibt. Denn Motorpsycho reisen auf ihren eigenen Wegen, in ihrem eigenen Tempo, und wenn der Weg das Ziel ist, dann passt das auch ins Jahr 2019.

8/10

Motorpsycho
THE CRUCIBLE
STICKMAN/SOULFOOD

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