Review: Neal Morse – LIFE AND TIMES

Neal Morse Life And Times

Der Progrock-Gigant beweist sich auch als Meister des Singer-Songwriter-Sujets.

Als Frontmann und Mastermind von Spock’s Beard stieg der Kali­fornier in den 90er-Jahren in den Progrock-Olymp auf. Ein Status, den Morse als treibende Kraft der Supergroups Transatlantic und Flying Colors in den folgenden Dekaden noch weiter ausbauen sollte. Solo versucht sich der 57-Jährige allerdings auch schon mal an etwas einfacher strukturierten und arrangierten, vom klassischen Songwriter-Pop inspirierten Klängen. Etwa hier. Und zwar mit durchschlagendem Erfolg. Stücke wie das mitreißend eröffnende ›Livin’ Lightly‹ oder das verträumte ›Joanna‹ gehen direkt ins Ohr und verweilen dort, ohne plump oder gar aufdringlich daherzukommen. Das melancholisch angehauchte, dennoch schön lockere ›Selfie In The Square‹ oder das nachdenkliche ›He Died At Home‹ sind weitere exzellente Beispiele dieser Qualitäten. Es ist erfrischend zu erleben, dass einer der großen Stars des komplexen Rocks, wie er ihn auf dem Vorgänger THE SIMILTUDE OF A DREAM (2016) gerade wieder so beeindruckend zelebrierte, offenbar problemlos auch deutlich geradlinigere Lieder erschaffen kann, die mindestens ebenso effektiv und be­­rührend sind. Morses größter Trumpf ist dabei sein warmer, den Zuhörer umgehend ein- und mitnehmender Gesang.

8/10

Neal Morse
LIFE AND TIMES
RADIANT/SONY

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