Review: Stone Temple Pilots – STONE TEMPLE PILOTS

Stone Temple Pilots

Ein Neuanfang.

Da muss man auch erst einmal drauf kommen – zwei Studioplatten hintereinander denselben Titel zu geben, in diesem Falle STONE TEMPLE PILOTS. Schon das 2010er- Werk, das letzte mit Original-Sänger Scott Weiland (verstarb im Dezember 2015), heißt wie die neue, die erste mit dem neuen Mann am Mikro, Jeff Gutt. Sein Name geistert schon seit einem guten Jahr in den einschlägigen Gazetten herum, bevor er im November 2017 offiziell als Nachfolger von Chester Bennington (nahm sich im vergangenen Juli das Leben) bekanntgegeben wurde. Es muss also ein Neuanfang her, der große Cut bleibt jedoch aus. Schlecht ist das verflixte siebte Album nicht. Nur ist es leider nicht sonderlich aufregend und innovativ, sondern eher ein wenig berechnend und bieder. Experimente? Fehlanzeige. Die Zeit von Über-Songs wie ›Interstate Love Song‹ oder ›Trippin’ On A Hole In A Paper Heart‹ ist in weite Ferne gerückt. Lediglich ›Good Shoes‹ (Neo-Psychedelic) und ›Reds & Blues‹ (akustische Lounge Musik) verweisen auf den Nervenkitzel der 90er. Das flotte ›Middle Of Nowhere‹ kommt gut aus dem Startblock, die erste Single ›Meadow‹ erinnert am ehesten an die Frühphase des Quartetts. Gutts Gesang ist nahe genug dran an dem Weilands, aber selbstständig genug, um nicht als Plagiat zu gelten. Im Midtempo/Balladen-Bereich scheint sich die Truppe derzeit am wohlsten zu finden, hier gelingen einige der besten Songs (›Thought She’d Be Mine‹, ›The Art Of Letting Go‹, ›Just A Little Lie‹). Ein paar Songs misslingen aber auch total (›Finest Hour‹ ist Malen nach Zahlen, ›Never Enough‹ verfügt über ein ödes Blues-Schema), das ruppige und eigentlich gute ›Roll Me Under‹ ist ein dreister Audioslave-Klau mit exakt identischer Gesangslinie (›Show Me How To Live‹). Solide, aber an alte Erfolge wird man damit nicht anknüpfen können.

6/10

Stone Temple Pilots
STONE TEMPLE PILOTS
RHINO/WARNER

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