CultClassic Rock mit Indie–Appeal.

The Cult gehören nach wie vor zu den großen Rockkapellen unserer Zeit und haben noch immer genügend Ideen, um ein richtiges Album rauszuhauen. Ein richtiges Album heißt: Nicht zwei gute Songs und eine Handvoll Alibis, Füllstoff, Dämmschaum, Kitt… sondern zwölfmal Beischlaf mit Ohrgasmus in knapp sechzig Minuten. Astbury knödelt nach wie vor pathetisch-kehlig kurz vor der Kermit-Grenze, Duffy wienert uns aus seiner obligatorischen Gretsch „White Falcon“ herrlich wehmütige Licks entgegen. Kaum jemand hat diesen Wiedererkennungswert und macht so herrlich unpeinlichen Classic Rock mit Indie-Appeal. Gemeinsam mit Bob Rock als Mitsongschreiber und Produzent (wie bei der Vorgängerplatte) sind Astbury und Duffy wie die heiligen drei Könige des Indie-Hardrock. Außer Ian und Billy gab es bisher 21 weitere Bandmitglieder, repräsentativ seien Eric Singer (Kiss) und James Kottak (Scorpions) genannt. Mittlerweile trommelt Joey Tempesta, der ist früher bei White Zombie gewesen. Nach fünf Durchläufen ist man wieder Freund mit ihnen und genießt den Predigerblues ›In Blood‹, den pumpenden Stampfer ›Deeply Ordered Chaos‹ und den potenziellen Radio-Hit ›Dance The Night‹.

The Cult
HIDDEN CITY
COOKIN VINYL/INDIGO
8/10