Review: The Lazys – TROPICAL HAZARDS

The Lazys Tropical Hazards

Talentierte Faulpelze.

Der zweite Langspieler der australischen Wahlkanadier (das selbstbetitelte Debütwerk erschien 2014) wurde von Ian D’Sa produziert, seines Zeichens Gitarrist und Frisuren­könig bei Billy Talent und – laut Promo-Waschzettel – sechstes Bandmitglied der Lazys. Vermitteln die ersten Takte des Openers ›Nothing But Trouble‹ noch den trügerischen Eindruck AC/DC-lastigen Pub-Rocks, offenbart schon das erste Riff von Rhythmusgitarrist Liam Shearer eine klare Billy-Talent-Schlagseite, die sich sowohl in Stil und Phra­sierung von Sänger Leon Harrison, als auch im Songwriting fortsetzt. Und höre da: Die Kom­bi­nation aus Aussie-Rotz und talentiertem Hoch­glanz-Punk läuft erstaunlich gut rein, wenn auch insgesamt etwas mehr eigene Kante wünschenswert wäre. Das tut aber Fegern wie ›Little Miss Crazy‹ mit seinen Rose-Tattoo-Gedenk-Slides, schneidigen Mitgrölern der Marke ›Louder Than Youth‹ oder dem anzüglichen ›Half Mast Blues‹ keinen Abbruch. Das rockt alles sehr anständig konstant um den Siedepunkt und bringt ganz be­­stimmt jede Party auf Touren. Zwischendrin werden besinnliche (›Young Modern Lightning‹) oder politische (›Somebody’s Daughter‹) Themen be­­sungen, was den verschwitzten Reigen etwas auflockert. Ein rundes und glaubwürdiges Ding, dem man allerdings attestieren muss, dass es am besten, wenn am wenigsten nach Billy Talent klingt. Deren Einfluss hilft bestimmt auf der Karriereleiter, geht aber auf Kosten der Eigenständigkeit.

8/10

Text: Holger Jahnel

The Lazys
TROPICAL HAZARDS
GOLDEN ROBOT RECORDS/SOULFOOD

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