Rich RobinsonEine Krähe alleine.

Im Gegensatz zu seinem singenden Bruder Chris und dessen Brotherhood schafft es Ex-The-Black-Crowes-Gitarrist Rich Robinson innerhalb weniger Jahre schon zum zweiten Mal nach Europa und Hamburg. Gastierte er zum zweiten Album THROUGH A CROOKED SUN noch mit vollständig angetretener Band im Übel & Gefährlich, so steht er am heutigen regnerischen Frühherbst-Abend ganz allein mit seinen sechs Gitarren auf den Brettern, um sein letztes Studioalbum THE CEASELESS SIGHT zu promoten. Wobei ebendiese Promotion nicht wirklich sein oberstes Ziel zu sein scheint. Er will einfach spielen und die Fans glücklich sehen. Viele sind es leider nicht geworden, die den Weg auf sich genommen haben. Was wirklich schade ist. Auch wenn er zwei bis drei Songs Anlauf braucht, um warm zu werden – dann aber hat Rich den Bogen raus und begeistert die Zuhörer über alle Maßen. Abwechselnd präsentiert er in zumeist akustischer Manier Tracks aus seinen nunmehr drei Soloalben PAPER, THROUGH A CROOKED SUN und THE CEASELESS SIGHT, gefolgt von Bob Dylans ›Girl From The North Country‹ und Buffalo Springfields ›Kind Woman‹. Was dann passiert, ist nicht von dieser Welt – ›Blackwaterside‹ (bei Led Zeppelin auch bekannt unter dem Titel ›Black Mountain Side‹), ein irischer Folksong weitestgehend unbekannter Herkunft, steht auf der Setlist. Bert Jansch von Pentangle hat den Track mal treffend intoniert, aber was Rich Robinson aus dem Track auf der Elektrischen rausholt, ist mindestens Led Zep ebenbürtig. Gefühlte fünfzehn Minuten später steht das Rockcafé mit offenen Mündern da, einige haben Tränen in den Augen. Und das Level wird nahezu gehalten bei ›Willin’‹ von Little Feat sowie den beiden eher unbekannten Black-Crowes-Nummern ›Oh Josephine‹ und ›What Is Home‹. Als ungeplante Zugabe gibt es dann noch Velvet Undergrounds ›Oh! Sweet Nuthin’‹ und nach zu kurzen 90 Minuten wird das dankbare Publikum viel zu früh ins nasse Hamburg entlassen. Wer das verpasst hat, sollte dringend beim nächsten Mal vorbei kommen!