DEEP PURPLEDieses Stück stellte nicht nur Ian Paices Talent zur Schau, es wurde zum Maßstab für alle Rockschlagzeuger der 70er. Heute kennt man es vor allem für sein arschtretendes Solo auf Purples bahnbrechendem Live-Album MADE IN JAPAN.

Das Internet ist ein gefährlicher Ort, eine Quelle der Fehlinformationen, Nicht-Fakten, Gerüchte, Anspielungen…und glatten Lügen. Ein Paradebeispiel: ›The Mule‹ von Deep Purple, ursprünglich auf FIREBALL von 1971 erschienen. Wie die meisten Kompositionen des Mk-II-Line-ups wurde auch dieser Song dem klassischen Quintett aus Ritchie Blackmore, Ian Gillan, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice als gleichberechtigte Autoren zugeschrieben. Aber Moment mal – gibt man den Titel bei Google oder jeder anderen Suchmaschine ein, erscheint noch ein sechster Name: der von Jethro-Tull-Mastermind Ian Anderson.
Paice kichert von seinem Landsitz in Henley-on-Thames ins Telefon: „Ich kann absolut kategorisch festhalten, dass bei der Entstehung von ›The Mule‹ keinerlei AQUALUNG-Einflüsse beteiligt waren. Anderson ist nur einfach mein zweiter Vorname – Ian Anderson Paice.“ Irgendwo in einem Paralleluniversum gibt es eine Live-Version von ›The Mule‹ mit einem endlosen Flötesolo. In der Realität passierte allerdings Folgendes…
Nach seinem Erscheinen auf FIREBALL wurde das Stück zum festen Bestandteil von Purples Live-Set und Fokuspunkt für Paices Schlagzeugtalent. Live wurde es auch wesentlich länger: Die Albumversion dauert 5:21 Minuten, die Fassung auf MADE IN JAPAN hingegen doppelt so lang.