saga sagacityBis auf den schraddeligen Gitarrensound ein hörenswertes Saga-Album.

Man mag Saga alles möglich vorwerfen können, nicht aber, jemals ihr Fähnlein in den Wind gehängt zu haben. Egal welcher Zeitgeist gerade herrschte, was auch immer die Rock’n’Roll-Richterskala als vermeintlich oben und unten postulierte, die kanadische Gruppe zog eigenwillig, geradezu trotzig ihr Ding durch und gilt damit heute als lebende Legende.

Anno 2014 gehören Saga damit zu den wenigen Rock-Dinosauriern, die der Welt noch etwas Bewegendes mitzuteilen haben.

SAGACITY zeigt erneut die gelungene Mischung aus Hard- und Prog Rock und wird perfekt durch Michael Sadlers charismatische Stimme in Szene gesetzt. Kompositorisch gibt es typisches Saga-Kraftfutter, in den zwei besten Tracks der Scheibe, dem streckenweise Yes zitierenden ›I’ll Be‹ (inklusive spanischer Akustikgitarren) und dem an Marillions ›Hooks In You‹ angelehnten ›Luck‹ herrscht sogar großes Kino.

Der Hörgenuss dieser eigentlich tadellosen Scheibe wird allerdings durch einen unsäglichen E-Gitarren-Sound stark geschmälert. Fingertechnisch zeigt Ian Crichton seine ganze Klasse, der Klang seiner Rhythmusklampfe ist dagegen schraddelig und diesen hörenswerten Songs nicht angemessen.