Seether_GeneralPress_1_credit_MarinaChavezGrunge im 30-Minuten-Takt.

Nachdem am Samstag The Exploited das „Free & Easy“-Festival lautstark zu Ende gebracht haben, gilt wieder „business as usual“ im Backstage. Der Andrang bei Seether ist zwar nicht ganz so gewaltig wie bei den Gratis-Hardcore-Konzerten, aber für einen heißen Montagabend, an dem auch noch DFB-Pokal im Fernsehen läuft, ist das Werk gut gefüllt. Irgendwie steht der Abend dann ganz im Zeichen des Grunge: Der Support LTNT orientiert sich trotz seiner Jugend optisch und akustisch an Genre-Größen wie Soundgarden, wobei die Vorbilder (noch) unerreicht bleiben. Um 20:30 Uhr beginnt die halbstündige Performance der Londoner, die noch ziemlich ungehobelt und unbeholfen, aber sympathisch über die Bühne geht. LTNT können jedoch bei weitem nicht alle Besucher vom Fußballspiel vor der Halle nach drinnen locken. Nach weiteren 30 Minuten, in denen Guns N‘ Roses vom Band laufen, betreten die südafrikanischen Alternative-Rocker und US-Chartstürmer Seether die Bühne und heben das Professionalitätslevel enorm an. Nachdem LTNT eher oldschoolig zu Werke gingen, präsentieren Seether hymnischen Post-Grunge vom Feinsten und begeistern mit Krachern wie ›Gasoline‹ und dem Billboard-Breaker ›Same Damn Life‹. Als die erste halbe Stunde der Show vorbei ist, greift Basser Dale Stewart für eine intensive Darbietung des Epos ›Broken‹ zur akustischen Gitarre. Die kurze Verschnaufpause kann Stewart gut gebrauchen, denn er ist heute in Sachen Posing, Performance und Power der unumstrittene Mittelpunkt. Nach einem anschließenden Drumsolo powern sich die Band mit Kraftnummern und das Publikum mit gelegentlichem Crowdsurfing weiter aus, und nach exakt drei mal 30 Minuten ist die Show zu Ende. Einige Besucher sind aufgrund der strikten Taktung und des zackigen Ablaufs etwas überrascht, aber unzufrieden geht heute niemand nach Hause.