Wilson, StevenZwischenspiel.

Zu den Fleißigsten seiner Zunft zählt Steven Wilson schon von jeher. Hat er früher seine Zeit zwischen seiner Stammformation Porcupine Tree, seinen Sidebands No-Man und Blackfield sowie seinen musikalischen Alleingängen aufgeteilt, konzentriert er sich heute fast ausschließlich auf seine äußerst erfolgreiche Solokarriere. Innerhalb weniger Jahre hat er es bereits auf vier Solowerke gebracht, von denen das noch immer aktuelle HAND.CANNOT.ERASE mit Abstand am erfolgreichsten ist. Und am eingängigsten darüber hinaus. Ein Trend, der sich auf dem nun vorliegen Zwischenwerk 4 ½ fortsetzt.
Viel mehr als eine Interimslösung und handelsübliche EP, enthält 4 ½ vier Songs aus den Sessions zum letzten Album, ein Überbleibsel aus den Aufnahmen von THE RAVEN THAT REFUSED TO SING, sowie die brandaktuelle Neueinspielung einer Porcupine-Tree-Nummer. Das fast zehnminütige, äußerst vertrackte ›My Book Of Regrets‹ eröffnet den Reigen beeindruckend imposant und doch einprägsam zugleich. ›Happiness 3‹ verfügt ebenfalls über eine catchy Gesangsmelodie. Das nahezu akustische ›Year Of The Plague‹ und das ruhig-jazzige ›Sunday Rain Sets In‹ sind zwei überzeugende Instrumentals. ›Vermillioncore‹, aus der THE RAVEN THAT REFUSED TO SING-Ära, ebenfalls ein Instrumental, hätte sich auch auf Porcupine Trees FEAR OF A BLANK PLANET ausgezeichnet gemacht, eine rasante Nummer mit Berg- und Talfahrten, eingespielt von Wilsons Liveband, bestehend aus Adam Holzman, Nick Beggs, Guthrie Govan, Dave Kilminster, Craig Blundell, Marco Minnemann, Chad Wackerman und Theo Travis. ›Don’t Hate Me‹, ursprünglich von Porcupine Trees 1998er-Album STUPID DREAM, basiert auf einer Liveaufnahme von der Tour zum letzten Album. Die nun hier vorliegende Studioversion ist jedoch ein Duett von Wilson und der israelischen Sängerin Ninet Tayeb, die schon auf HAND.CANNOT.ERASE bei zwei Songs als Gastsängerin vertreten war. Ein weiteres Juwel im opulenten Katalog von Steven Wilson.

Steven Wilson
4 ½
KSCOPE/EDEL
9/10