strand of oaks healMelancholie für die Massen?

Tieftraurig, aber stadiontauglich – so klingen, etwas verkürzt gesagt, die Songs des dritten Albums von Strand Of Oaks. Denn auch, wenn der Ausgangspunkt für HEAL die Selbsttherapie des depressiven Masterminds Tim Showalter war, sind seine Lieder keinesfalls Runterbringer, sondern in ihren besten, rockigsten Momenten ohrwurmige Hymnen, zu denen man die Faust in den Himmel recken möchte.

Mit dem Opener ›Goshen ‘97‹ positioniert sich der vollbärtige Zausel als Indierock-Springsteen, der zu den knarzenden Gitarrenparts von keinem Geringeren als J Mascis mit einem lachenden und einem weinenden Auge über seine Teenagerzeit in einem Keller irgendwo in Indiana und die Smashing Pumpkins sinniert.

Einige Songs später nimmt er sogar Kontakt zu seinem inneren Neil Young auf, wenn er mit ›JM‹ dem verstorbenen Songwriter-Kollegen Jason Molina mitreißende siebeneinhalb Minuten lang Tribut zollt. Allerdings geht es nicht immer so direkt in die Vollen. Unter all die großen 70s-Rock- und Power-Pop-Gesten mischen sich immer wieder auch Synth-verhangene Indie-Pop-Balladen wie etwa ›Woke Up To The Light‹, die bei aller mitschwingenden Melancholie erfreulicherweise jedoch nie in plattes Selbstmitleid zerfließen.