SweetAppleWillkommen in der glamourösen Arena des Untergrunds.

Von einer Underground-Supergroup zu reden, ist ein Oxymoron. Dennoch hat diese an sich unsinnige Bezeichnung im Fall von Sweet Apple eine gewisse Berechtigung, wie die Liste der teilnehmenden (Indie-)Protagonisten beweist. Fangen wir ausnahmsweise Mal von hinten an: Da wäre zum einen J Mascis, Dinosaur Jr.-Sänger und -Gitarrist, der hier (wie bei seinem Stoner Doom-Nebenprojekt Witch) das Schlagzeug bedient. Am Bass hätten wir, auch aus diesem Band-Umfeld, Dave Sweetapple. Um die Gitarren kümmern sich die beiden Cobra Verde-Vertrauten Tim Parnin und John Petkovic, wobei Petkovic auch den Gesang übernimmt.

Das Resultat dieser Kollaboration ist ein Album, das den glamourösen Zeitgeist der glorreichen Ära von Roxy Music atmet. So dient unter anderem auch deren Covergestaltung des 1974er-Albums COUNTRY LIFE als Referenz. Ähnlich wie BAD TIMING, das grandiose 2003er-Album der NYC-Garagenrocker Grand Mal, beißen hier also Mainstream-Verweigerer in die süßen Musikfrüchte von Siebziger-Glam, Arena-Rock und Power-Pop. Nur der Klang-Anstrich ist alternativ, nämlich rumpelnd und ungeschliffen – und für manche dadurch vielleicht sogar erdiger und greifbarer.

Immens beeindruckend für alle Musikliebhaber ist jedoch die unglaubliche Melodiösität von Sweet Apple. Und: Nicke Andersson würde LOVE & DESPERATION sicher sofort in seine Playlist nehmen.