Innerhalb kürzester Zeit ist es dem britischen Dreier The Brew gelungen, zu einem der heißesten jungen Bluesrock-Acts dieser Tage aufzusteigen. Ein Zufall ist das nicht, sondern das Ergebnis von Talent, harter Arbeit und einem starken internen Zusammenhalt.

THE_BREW_BAND_PICEigentlich müsste es Jason Barwick bange werden: Die internationale Presse vergleicht den 22-jährigen Briten mit Rocklegenden wie Jimmy Page oder Stevie Ray Vaughn und sieht in ihm bereits jetzt den legitimen Nachfolger von Frees Paul Kossoff. Nun sind die Medien, besonders die in Großbritanniem, dem Mutterland der Rockmusik, mit abstrusen Superlativen schnell zur Hand. Dortige Magazine loben immer wieder junge Künstler in den Himmel, um sie kaum drei Jahre später gnadenlos abzuschießen oder ihnen künstlerische Stagnation vorzuwerfen. Bei Jason Barwick und seiner Bluesrock-Band The Brew indes könnte die Karriere den immensen Vorschusslorbeeren entsprechen – und steil nach oben gehen. Barwick ist nämlich nicht nur ein überragendes Talent, sondern dank seines Bassisten Tim Smith auch in gewissermaßen väterlicher Obhut. Der gesetztere Smith, der die 40 bereits seit Längerem hinter sich gelassen hat, betreut nämlich nicht nur das jugendliche Gitarrengenie, sondern nebenbei gleich noch seinen eigenen Sohn Kurtis, den 23-jährigen Drummer der Gruppe. Wo immer dieses furiose Trio auftaucht, überzeugt es durch sein bodenständiges (hinter der Bühne) und atemberaubendes (auf der Bühne) Auftreten. Doch sogar der lebenserfahrene Tim ist von den Ereignissen rund um die Gruppe ziemlich überwältigt: „Es ist so, als hätte ich wieder ein kleines Kind: Als direkt Beteiligter merkt man nämlich als Letzter, wie schnell es wächst. Mitunter bin ich selbst ein wenig überrascht, wenn Fans nach einer Show zu mir kommen und sagen, wie unglaublich rasant wir uns weiterentwickelt haben.“

Dieses Kompliment gilt nicht nur für die Konzerte der Briten, sondern auch für ihre Leistungen im Studio. Ihr 2008er-Album THE JOKER war vielversprechend, klang allerdings noch ein wenig verhalten. Die anschließende Scheibe A MILLION DEAD STARS, die Anfang 2010 erschienen ist, packte den Stier schon weitaus entschlossener bei den Hörnern – und die neueste Veröffentlichung THE THIRD STAGE kommt den furiosen Live-Darbietungen sogar erstaunlich nahe. „Es ist ja immer ziemlich schwierig, die Energie der Bühne im Studio zu reproduzieren“, weiß Gitarrenwunder Barwick nur allzu gut, „aber mit THE THIRD STAGE kommen wir diesem Optimum sehr nahe. Das Album ist etwas aggressiver als A MILLION DEAD STARS und zeigt, wo The Brew heute stehen.“

Seit drei Jahren bereits touren Vater und Sohn Smith mit ihrem begnadeten Frontmann Barwick unablässig durch Europa. Der Lohn der Mühe sind rasant steigende Besucherzahlen und eine signifikante Zunahme an Fachleuten, die The Brew absolute Weltklasse attestieren. „Es ist schon toll: Vor gut zwei Jahren spielten wir zumeist noch vor 20 Zuschauern, jetzt sind es regelmäßig weit über 500, hinzu kommen Festivals gemeinsam mit Lichtgestalten wie Jeff Beck, Joe Bonamassa und ZZ Top“, möchte sich Barwick selbst am liebsten zwicken, um sicher zu sein, dass er all das nicht nur träumt. Doch um die Realität niemals aus den Augen zu verlieren, hat er ja seinen Ziehvater Tim. Der antwortet auf die Frage, an welchem kleinen Detail es nun noch zum großen Durchbruch fehlt: „Keine Ahnung. Aber wenn ich es wüsste, hätten wir uns schon vor einem Jahr darum gekümmert.“