delta saintsFreude am Musizieren.

Ein Mittwochabend, in München zeitgleich mit einem gewissen Volksfest: unangenehm! Klar freut man sich, wenn man als aus Nashville stammender junger Mann diesem Touri-Magneten so nahe kommt. Aber doch bitte nicht, wenn man mit seiner Band sein aktuelles Album – in diesem Fall das zweite der Delta Saints namens BONES – unter die Leute bringen will. An den widrigen Umständen gemessen ist die Größe des Publikums, (etwa die Passagierzahl eines großen Kettenkarussells) zum Glück keine Enttäuschung. Ben Ringel führt seine Band durch ein zweistündiges Set, das durch eine Besonderheit, die heute zur Seltenheit geraten ist, bestimmt wird. Bei den Delta Saints gibt es keine Show, sondern fünf Musiker, die an einem oder mehreren Instrumenten auf höchstem Niveau miteinander spielen. So schaffen sie auch live ihre nahtlose Verbindung verschiedenster Stile – in Worten: Soul-Groove, Jazz-Soli, Country-Twang, 70s- und Southern-Rock-Stampf und sensibler Blues. Und so stehen da fünf junge Kerle während des Oktoberfests auf einer kleinen Club-Bühne barfuß oder mit Sandalen, Truckercap, Hippiemähne und klingen wie eine Südstaaten-Version von Jamie Cullum, wie ein Mississippi-Bruno-Mars, ja wie ein Santana mit Stetson. Und dabei lachen sie einander an und tun das, was sie am besten können: gerne musizieren.