MonkeesEiner flog übers Affenhaus: Teenie-Stars werden erwachsen.

Als die TV-Serie „The Monkees“ nach zweijähriger Turbo-Karriere, 58 Episoden und fünf Alben im Frühjahr 1968 vom Sender abgesetzt wurde, war für Amerikas Antwort auf die Beatles guter Rat teuer. Doch Bob Ra-felson und Bert Schneider, die Macher des Quartetts und Produzenten der Serie, kamen im Gespann mit Schauspieler und Drehbuchautor Jack Nicholson rasch auf die ideale Lösung: Ein Kinofilm musste her. Da man auch nicht mehr auf das kindliche TV-Publikum achten musste, tobte sich das Trio beim Skript von HEAD gnadenlos aus: „Einer flog übers Affenhaus“ hätte der mit Gästen wie Frank Zappa, Sonny Liston, Annette Funi-cello, Victor Mature und Toni Basil inszenierte Underground-Streifen heißen können. In seiner Machart erinnerte der Film jedenfalls erstaunlich an Roger Cormans halluzinogenes Drogen-Spektakel „The Trip“, bei dem Nicholson ebenfalls als Skripteditor mitgewirkt hatte.

Dem Zahn der Zeit erstaunlich gut widerstanden hat auch der Soundtrack im silbrigen Metallic-Cover – immerhin durften Michael Nesmith, Peter Tork, Micky Dolenz und Davy Jones im Studio erstmals tun und lassen, was sie wollten. Den künstlerischen Freibrief nutzte das Quartett weidlich aus: Mit Arrangeur Ken Thorne schufen die erstmals als Produzenten fungierenden Monkees eine abgedrehte Pop-Suite, die zu den Psychedelikatessen jener Zeit zählt. Kongeniale Zusammenfassung ist wohl der vorletzte Track: ›Do I Have To Do This All Over Again?‹ fragt sich die Band nervös. Dabei gelingt ihnen zwischen bekifften Humoresken wie ›War Chant‹ und ›Dandruff?‹ auch noch eine wahre Psychedelik-Perle: die von Gerry Goffin produzierte LSD-Zeitlupenhymne ›Porpoise Song‹, die hier allerdings nur in der kürzeren Dreiminuten-Version zu hören ist.