the temperance movementGute Leute!

Wo am Vorabend mit den Winery Dogs die Technik regierte, kommt heute das Feeling zum Zuge. Die wieder randvolle Backstage-Halle erlebt eine bewegende UND bewegte Show. Den Anfang machen die Jungrocker Factory Brains aus Schweden und sie machen ihre Sache ziemlich gut. 30 Minuten rührt und rockt sich gewaltig was auf der Bühne. Unglaublich, wie reif diese Burschen – wie jung sie wirklich sind, sieht man nach ihrem Auftritt aus der Nähe am Merchandise – rocken und rollen.
Anschließend kommt es natürlich nicht zum Stillstand, denn The Temperance Movement legen eine kurze aber intensive Performance hin. Sänger Phil Campbell mit seiner Körpersprache und Choreographie zwischen Mick Jagger, Scott Weiland und Adam Levine, ist Dreh- und Angelpunkt dieser erdigen Truppe und zappelt und röhrt sich durch ein 15 Song starkes Set. Mit Ausnahme von zwei Nummern wird das komplette neue Album WHITE BEAR unters feiernde Volk gebracht, das Campbell wiederholt mit „good people“ anspricht.
Nach zwei neuen Stücken – schon beim zweiten legt der Sänger die Lederjacke ab, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben – kocht mit ›Midnight Black‹ vom Debüt die Halle. Phil Campbell hüpft, hampelt und fuchtelt, dass allein das Zusehen Spaß macht. Noch mehr Spaß macht aber seine erdige und raue Stimme, die die klasse Kompositionen perfekt in Szene setzt.
Nach 80 Minuten beenden die Zugaben ›Battle Lines‹ und die Ballade ›Lovers And Fighters‹ vom Erstling emotional den Abend. Bezeichnenderweise trägt Campbell zu den Encores ein Gremlins-Shirt – man weiß ja was passiert, wenn die nass werden – und schwitzt auch das noch schnell durch.