Als die Karriere von AC/DC Ende 1976 ins Stocken geriet, waren sie „verdammt fucking angepisst“. Ihre Antwort fiel äußerst explosiv aus…

Weihnachten 1976 – Sommer in Australien. Glaubt man Manager Michael Browning, geht seinen Jungs „der Arsch auf Grundeis“. Und sie glauben, es sei alles seine Schuld.

„Es war beinahe alles vorbei“, sagt Browning. „In London und Europa ging alles sehr gut voran. Sie hatten im Marquee sogar sämtliche Hausrekorde gebrochen. Wir hatten gerade die ,Lock Up Your Daughters‘-Tour absolviert und spielten auf dem Reading-Festival. Es entwickelte sich prächtig.“

Nachdem die Band und ihr Unternehmen über die vergangenen acht Monate nach London gezogen war – eine Zeit, in der ihre erste UK-Albumveröffentlichung HIGH VOLTAGE der ahnungslosen britischen Musikszene einen Warnschuss der bevorstehenden Explosion des Aussie-Rock gegeben hatte –, machte sich ihre plötzliche Abwesenheit in ihrer australischen Heimat in schrumpfenden Zuschauerzahlen bemerkbar. Als Browning sie Ende 1976 zurück nach Australien brachte für das, was eine triumphale Rückkehr hätte werden sollen, mussten sie überrascht feststellen, dass die Dinge sich geändert hatten.

Das junge, größtenteils weibliche Publikum, das sie durch regelmäßige Auftritte in Sendungen wie „Countdown“ (das australische Pendant zu „Top Of The Pops“) kennengelernt hatte, hatte sich zugunsten von zu Hause gebliebenen Pop-Local Heroes wie Skyhooks von ihnen abgewandt. Selbst die hemdsärmeligen Kerle, die man in der florierenden Pub- und Club-Szene fand, die AC/DC nun wieder eifrig beackern mussten, nahmen der Band übel, dass sie „sich ins Ausland verzogen“ hatte, wie Browning es formuliert. Sogar in ihrer Heimatstadt Sydney zeigte man ihnen die kalte Schulter: Ihr Konzert im Hordern Pavilion (Kapazität 5000) am 12. Dezember nach ihrer Rückkehr war gerade mal halbvoll.

„Das war eine harte Tournee“, sagt Browning. „Die Band wollte nicht. Ich musste viel einstecken dafür, dass ich sie dazu gebracht hatte. Aber aus Geldgründen musste es sein. Wir mussten Geld verdienen, um in England und Europa weitermachen zu können. Aber versuch mal, das einer jungen Rock’n’Roll-Band zu erklären.“

„Unsere echten Fans waren uns treu geblieben“, sagt der damalige AC/DC-Bassist Mark Evans. „Aber wir durften auch bei vielen Gigs nicht auftreten. Angus ließ seine Shorts runter, und wir hatten ein Problem mit dem Tourprogramm, wo ein Zitat über meinem Foto stand, das lautete: ,Ich will genug Geld verdienen, um Britt Ekland ficken zu können. Das ließ fast die ganze Tour ins Wasser fallen.“