The Angels, eine weitere Aussie-Band, hatte auch kürzlich bei Albert Productions unterschrieben und wurde ebenfalls im selben Studio von Vanda und Young produziert.

„Ich sah zu, als LET THERE BE ROCK aufgenommen wurde“, sagt Drummer Graham „Buzz“ Bidstrup. „Es ging nur ums Gefühl, nicht um Perfektion. Sie spielten das Riff, bis George sagte: ,Ich glaube, ihr habt den richtigen Groove gefunden. Das dauerte fünf Minuten oder vielleicht zehn. Und nicht zu vergessen: Es gab damals keine Drum-Machines, keine Clicktracks, gar nichts. Sie hämmerten nur auf Phil Rudd ein.“

Die Band kannte damals nur eine Möglichkeit, Musik aufzunehmen – nämlich einfach so zu spielen wie bei einem Konzert. „Wenn Angus ein Solo aufnahm, kletterte er auf den Verstärkern rum oder wälzte sich auf dem Boden“, sagt Bidstrup. „Das war es, das George und Harry zu so guten Produzenten machte: Sie verstanden es, die Band so anzustacheln und für das, was sie tat, so zu begeistern, dass Angus sogar am Boden rumkroch.“

Das Titelstück wurde über Jahre zum krönenden Abschluss ihrer Konzerte. Aber für Mark Evans war Phil Rudd ohne Zweifel der eigentliche Held dieses Tracks. „Phil ist darauf einfach überirdisch gut. Wir spielten zwei Takes ein, und am Ende des ersten dachte ich mir: ,Phil ist jetzt vermutlich erst mal für zwei Stunden erledigt. Aber Phil meinte nur: ,Los, machen wirs gleich noch mal. Ich hatte wirklich den Eindruck, der Typ würde gleich fucking explodieren. Soweit ich mich erinnere, verwendeten sie mit ziemlicher Sicherheit den zweiten Take.“

Angus erinnerte sich später daran, wie am Ende des LTBR-Takes Rauch „aus dem fucking Verstärker quoll“. „George schrie wie verrückt: ,Hör nicht auf!’“ Der Verstärker hielt tatsächlich bis zum Ende des Lieds durch, als „er schmolz“. Es war einfach eins dieser Alben, fasste Angus zusammen, „wo alles nur noch brodelte“.

Die Rhythmus- und Backing-Tracks wurden alle in der ersten Woche fertiggestellt. Bon, der Kassetten mit den runtergemixten Instrumentaltracks bekam, zu denen er dann „Texte kritzelte“, nahm seine Vocals in der zweiten Woche auf, als auch Angus seine Gitarrensoli einspielte.

„Bon hatte dieses Buch, das er immer bei sich trug“, erinnert sich Evans, „voller Liedtitel und Textideen. Bon sperrte sich mit seinen Büchern ein, schrieb Texte und passte sie an die Backing-Tracks an. Außer natürlich an den Tagen, wenn man zu ihm reinging und feststellte, dass er abgehauen war und zwei Tage nicht zurückkam.“

Einige der neuen Tracks wie ›Bad Boy Boogie‹ hatten schon zuvor in Miniaturform existiert. „Das Stück gab es schon eine Weile – ein Riff, mit dem wir vielleicht beim Soundcheck schon rumgespielt hatten“, sagt Evans. „Andere wie ›Whole Lotta Rosie‹ sahen zunächst so aus, als würden sie wieder fallen gelassen.“