steve_lukather_2009_a4Beschwingte Hymnen für laue Nächte.

Viele Daten gab’s nicht – und die wenigen Shows, bei denen es Toto noch einmal wissen wollten, fanden auch nicht in den üblichen Konzerthallen beziehungsweise Show-Metropolen statt. David Paich, Steve Lukather und Steve Porcaro sowie Schlagzeuger Simon Phillips, Bassist Nathan East und Sänger Joseph Williams wollten eine Tournee der besonderen Art durchziehen – so wie auch der Grund der Konzertreise ein besonderer ist. Der Erlös der Gigs kommt dem an ALS erkrankten ehemaligen Bassisten Mike Porcano zu Gute. Ein trauriger, wenngleich ehrenwerter Anlass, um die eigentlich längst aufgelöste Band noch einmal zu sehen.

Auch das Ambiente am heutigen Abend stimmt – ebenso wie das Vorprogramm. In Locarno am Lago Maggiore lässt es sich gut aushalten, das Wetter lädt auch zum Draußen-Rocken ein: Kein Wunder also, dass Toto hier Station machen wollten. Das Konzert findet im Rahmen des „Moon & Stars“-Festivals statt, bei dem zehn Tage lang jeden Abend andere Acts auf dem von wunderbaren klassischen Altbauten eingerahmten Piazza Grande auftreten. Von Stevie Wonder über Massive Attack oder Jamiroquai bis hin zu Pink reicht das Spektrum – am Toto-Abend – mit Earth, Wind & Fire als Vorprogramm – geht es sehr entspannt und familiär zu.

Warmer Applaus empfängt die Band, die sich auch ins Zeug legt, um den Erwartungen gerecht zu werden. Als Opener wählen Toto das kraftvolle ›Child’s Anthem‹, tauchen dann geschickt in ›Till The End‹ ein und schließen ›Afraid Of Love‹ an. Die Chemie zwischen den Musikern stimmt, man merkt ihnen zu jeder Sekunde an, dass sie die Zusammenkunft genießen und sich gerne auf das gemeinsame Abenteuer einlassen. Und sie beziehen auch ihre Kollegen und das Publikum mit ein: ›Georgy Porgy‹ wird zum Tribut an Earth, Wind & Fire – und damit auch zum zusätzlichen Anheizer für die Fans, die das natürlich jubelnd zur Kenntnis nehmen. Auch die Musiker kommen mehr und mehr in Schwung: Sie spielen sich frei, grooven sich tiefer und tiefer in die Songs ein (mit ›Pamela‹ als einen der Höhepunkte). Bei ›Africa‹ und ›Rosanna‹ drehen die Fans erwartungsgemäß durch, doch selbst aus etablier-ten Klassikern holen Toto noch Neues heraus: So bleibt ab und an sogar etwas Raum für zarte Improvisation, und am Ende (nach ›Home Of The Brave‹) geben Steve Lukather & Co. in ›Hold The Line‹ noch einmal zusätzlich Gas, um dem Locarno-Publikum (inkl. der Zaungäste an den Fenstern und Balkonen der umliegenden Häuser) einen fulminanten Konzertabschluss zu bescheren.