Photo of URIAH HEEP and David BYRONDie Geschichte von Uriah Heep in den 70ern ist durchsetzt von Drogen, Alkohol, Zusammenbrüchen, Tragödien und Feindseligkeiten. Die Männer, die in diesem Trümmerhaufen lebten, erzählen vom Leben in einer Band im Krieg.

Es ist der 14. August 1975, und Uriah Heep werden gleich auf die Bühne der Spec-trum-Arena in Philadelphia gehen. Die Briten haben den Wind in den Segeln, nachdem ihr achtes Album RETURN TO FANTASY zum transatlantischen Erfolg wurde, und 25.000 Menschen drängen sich in die ausverkaufte Halle, um sie heute Abend zu sehen.
In den letzten sechs Jahren haben Uriah Heep hart gearbeitet, um eine der größten Rockbands der Welt zu werden. Ihr bombastischer, viel-schichtiger Mix aus Hardrock und Prog hat sie zu einer Band des Volkes gemacht: geliebt von Plattenkäufern und Konzertgängern, gehasst von Kritikern. Mit RETURN TO FANTASY, dem Vorgänger WONDERWORLD weit überlegen, haben sie es erstmals in die UK-Top 10 geschafft.

Von außen betrachtet stehen Uriah Heep im Zenit ihres Schaffens. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus, denn das Quintett ist kaum noch funktionsfähig. Hinter den Kulissen zerreißen bösartigste persönliche Differenzen die Band – wobei Alkohol- und Drogenprobleme nicht hilfreich sind. Bassist Gary Thain war Anfang des Jahres wegen seiner außer Kontrolle gera-tenen Heroinsucht gefeuert worden. Wenige Mo- nate später stirbt er an durch Drogen verursachtem Lungenversagen. Ersetzt wird er durch John Wetton, vorher bei Family und King Crimson tätig.
Doch im Moment hat die Band ein noch weit größeres Problem: David Byron. Der charismatische Sänger ist schwer alkoholkrank, was sich sowohl auf seine Bühnenperformance als auch auf sein Leben abseits der Bühne auswirkt. Und hier in Philadelphia spitzt sich die Lage bedenklich zu.

Byron hat schon den ganzen Nachmittag seinen Lieblingswhiskey Chivas Regal getrunken und ist vor dem Auftritt total am Ende. Er ist so betrunken, dass er an einem Punkt des Konzerts in einen Mikroständer stolpert und seine Lippe aufschneidet. Er begreift, dass er blutet, hält den Jubel in der Halle für Gelächter und reagiert ge- demütigt und aggressiv mit einem „fuck off“ an das gesamte Publikum. Eine Ansage, die alle ver-blüfft, auf und vor der Bühne.

Fast 40 Jahre später ist diese Erinnerung dem sonst so souveränen Gitarristen Mick Box im- mer noch peinlich: „Ich war gerade dabei, meine Gitarre zu stimmen, und brachte es einfach nicht fertig, mich umzudrehen und dem Publikum stellen“, seufzt er.

„Ich habe mich für David und für uns alle ge- schämt“, sagt Keyboarder Ken Hensley. „Wenn dein Frontmann das gesamte Publikum beleidigt, was sollst du tun? Er zerstörte meine Karriere genauso wie seine eigene. Ein paar Konzerte später machte ich klar, was ich wirklich fühlte, und verließ die Tour. Rückblickend hätte ich wohl reifer sein sollen, statt einfach nur abzuhauen. Aber ich war wütend, und es war eine spontane Reaktion.“
Der Bandmanager Gerry Bron musste die Scherben zusammenkehren. Er beendete vorzeitig seinen Urlaub in Barbados und flog zurück nach London, um Hensley zur Rückkehr zu bewegen. Für Byron allerdings gab es keine Hoffnung mehr. „Damit Ken in der Band bleibt, waren wir uns ei- nig, musste David gehen“, sagt Bron heute.

Byron war nicht bewusst, dass die Axt schon über seinem Kopf hing, doch das zunehmend distanzierte Verhalten seiner Bandkollegen nach dem Philadelphia-Debakel machte ihn nur noch paranoider und verschlossener. Innerhalb von zwölf Monaten wurde er gefeuert. Sein letztes Konzert mit Heep war am 25. Juni 1976 in Bil-bao, Spanien, wo er erst mal die Glastür am Ein-gang der Halle eintrat. „Ich denke, selbst David hatte da schon begriffen, dass er rausfliegen würde“, sagte Box später. Aber da war es schon zu spät. Für Byron und Uriah Heep sollte nichts mehr so sein wie früher.

In der Geschichte von Uriah Heep liegen Triumph und Tragödie nah beieinander. Von 1972 bis 1976 veröffentlichten sie sechs Alben, die sie als eine der Schlüsselbands ihrer Zeit etablierten und von denen min-destens zwei – DEMONS AND WIZARDS und THE MAGICIAN‘S BIRTHDAY – zu den Meilensteinen des 70s-Rock zählen. Doch hinter den Kulissen gab es Egoprobleme, Streitigkeiten mit ihrem Manager und Suchtprobleme, die zum vorzeitigen Tod zweier Bandmitglieder führten.

Die Wurzeln von Heep lagen bei Mick Box und David Byron. Der bodenständige Gitarrist beschreibt den flamboyanten Sänger (bürgerlich David Garrick) als einen „stolzen Pfau von einem Mann“. Zusammen hatten sie bei The Stalkers und Spice gespielt – Letztere wurden bei einem Auf-tritt in High Wycombe von Gerry Bron entdeckt, der bald darauf ihr Manager, Produzent und – nach Gründung seiner Plattenfirma Bronze Re- cords 1971 – ihr Labelboss werden sollte.

Bron ist eine Schlüsselfigur in der Geschichte von Uriah Heep – und kontrovers. Er war älter als seine Schützlinge und hatte schon mit Manfred Mann und Colosseum zusammengearbeitet. Der Erfolg von Uriah Heep sollte es ihm erlauben, das Bronze-Imperium zu erweitern und Bands wie Motörhead, The Damned und Girlschool unter Vertrag zu nehmen. „David Byron war definitiv der Anführer der Band“, erinnert sich Bron an die Anfangstage von Uriah Heep. „Er kam ins Büro und ließ bei allen seinen Charme spielen, auch den Sekretärinnen. Vier Jahre später war dieser nette Typ zu einem totalen Arschloch, einem Dä- mon geworden.“

Während Spice die Aufnahmen ihres Debüt-albums in Angriff nahmen, schlug Bron vor, dass sie sich in Uriah Heep umbenennen sollten – inspiriert nicht etwa von der Figur aus Charles Dickens’ Roman „David Copperfield“ von 1850, sondern einer Anzeige im „Melody Maker“ von einem potenziellen Angestellten, der diesen Na- men angenommen hatte. „Sie war bei den Stel-lengesuchen: ‚Erfahrener Roadie sucht Arbeit, bitte Uriah Heep anrufen…‘“, erinnert sich Bron. „Ich dachte, verdammt, was für ein fantastischer Name.“

Der Einstieg des Keyboarders und zweiten Gitarristen Ken Hensley etwa zur selben Zeit war ebenso bedeutsam, denn er sollte sich als ent-scheidend für die langfristige Zukunft der Band erweisen. Der Londoner war zuvor bei der Blues-Prog-Band Toe Fat gewesen und suchte nach ei-ner besseren Plattform für seine beachtlichen Talente. Hensleys satte Hammond-Orgel-Akzente passten perfekt zu Byrons ausdrucksstarkem Falsett und den Wah-Wah-Gitarrenattacken von Box, und alles wurde versüßt durch die vielstimmigen Vokalharmonien. Noch wichtiger war, dass Hensley mit Gerry Bron ein Bündnis formte, das schnell ebenso wichtig wurde wie die Box-Byron-Koalition. „Ken und ich waren ein tolles Team“, sagt Bron. „Mit dem Rest der Band ver-stand ich mich gar nicht so gut.“
Trotz vernichtender Kritiken von der Presse („Wenn diese Band es schafft, werde ich mich umbringen müssen“, sagte ein Autor des „Rolling Stone“), wurde das Debütalbum VERY EAVY…VERY UMBLE von 1970, produziert von Bron, zu einem Achtungserfolg. Doch es sollte noch weitere zwei Alben dauern – SALISBURY und LOOK AT YOURSELF, beide 1971 erschienen und von Bron produziert –, bis Heep eine klare musikalische Richtung fanden.

Bei DEMONS AND WIZARDS von 1972 griffen schließlich alle Rädchen ineinander. Mit seiner auffälligen, von Roger Dean illustrierten Gatefold-Hülle gilt es immer noch als die Krö-nung der Uriah Heep-Laufbahn. Glorreich baro-cke Songs wie ›Easy Livin‘‹ und ›The Wizard‹ zeig-ten die Kreativität der Band – letzteres Stück so- gar mit einem mehrspurigen Pfeifen eines Kessels, der zufällig im Hintergrund losgegangen war.

Die neue Rhythmussektion war ein wichtiger Teil des künstlerischen Erfolgs der Platte: Der neuseeländische Bassist Gary Thain brachte elegant melodische Basslinien ins Spiel, während Schlagzeuger Lee Kerslake mit bislang nicht gekannter Aggression spielte. Dass beide fähige Sänger waren, schadete auch nicht, was den charakteristischen mehrstimmigen Vokalhar-monien mehr Tiefe verlieh. Charakterlich jedoch hätten sie nicht verschiedener sein können: Kerslake war direkt und ehrgeizig, Thain schüchtern und zurückgezogen.

„Mit Gary und Lee hatten wir eine tolle Chemie“, sagt Hensley. „Man konnte immer mit ihnen reden – und ohne die Hindernisse, die später auftauchten, war die Harmonie zwischen diesen fünf Leuten einfach magisch. Die Egos gab es schon, aber sie prallten nicht aufeinander. Auch wenn Rauschmittel im Spiel waren, hielt es sich sehr in Grenzen.“

Ashley Howe, Brons vertrauter Tontechniker, war Uriah Heep erstmals 1969 begegnet, als er mit 16 in einem Studio als Tee-Junge und Bandtech-niker arbeitet. Mit den Jahren arbeitete er sich hoch und übernahm das Zepter bei den Sessions zu HIGH AND MIGHTY, bevor er dann beim Revival der Band in den 80ern ihre Alben ABO-MINOG und HEAD FIRST produzierte.

„Mit Heep konnte man gut zusammenarbeiten, weil das Talent einfach nur so aus ihnen hinaus floss“, sagt er. „Das nahm mit der Zeit nicht ab, doch mit zunehmenden Persönlichkeitskonflikten wurde es schwerer, es aus ihnen rauszukitzeln.“

Ken Hensley ist schonungslos ehrlich, wenn es um sein Arbeitsverhältnis mit seinen Bandkollegen geht. „In kreativer Hinsicht hatte Mick am wenigsten zu sagen“, sagt er. „Trotzdem war er ein sehr wichtiger Teil der Band, weil sein Stil und seine Technik so einzigartig waren. Lee war der perfekte Drummer für Heep, aber sein Verlangen nach kreativem Einfluss war manchmal übertrieben. Er hatte einfach nicht die Fähigkeiten, um diese Leidenschaft zu rechtfertigen, aber sein Beitrag war genauso wertvoll wie Micks. David Byron war der geborene Showman, der 24 Stunden am Tag auf der Bühne stand. Seine Interpretation meiner Texte war beispielhaft – noch heute kann ich sie nicht so zum Leben erwecken, wie er das tat.“

Byron hatte tatsächlich eine herausragende Stimme und magnetische Bühnenpräsenz. Aber sein Charakter hatte auch eine dunkle Seite. „Als Frontmann blies David jeden von der Bühne – selbst Rod Stewart hatte keine Chance gegen ihn“, sagt Lee Kerslake heute. „Das Problem war, dass er keinen ‚Aus‘-Schalter hatte. Da war auch ein bisschen Schüchternheit im Spiel, die er durch sein lebhaftes Wesen überspielte.“

DEMONS AND WIZARDS erschien 1972, schaffte es in die UK-Top 20 – und öffne-te die Tür zum lukrativen US-Markt. Um die Gunst der Stunde zu nutzen, veröf-fentlichten Uriah Heep nur sechs Monate später den Nachfolger THE MAGICIAN’S BIRTHDAY. Oder eigentlich Gerry Bron. „Die Lieder waren einfach noch nicht fertig“, sagt Ken Hensley. „Sie wollten die Kuh melken, so gut sie konnten.“

Trotz Hensleys Vorbehalten bleibt THE MA- GICIAN’S BIRTHDAY eines der wichtigsten Heep-Alben mit Klassikern wie ›Sweet Lorraine‹, dem erhabenen ›Sunrise‹ und dem epischen, zehnminütigen Titelstück.

In der Zeit, als THE MAGICIAN’S BIRTHDAY entstand, tourten sie auch durch Großbritannien und Nordamerika. Bündnisse in der Band ent-standen, mit Hensley und Bron auf der einen und Box, Kerslake und Byron auf der anderen Seite. Gary Thain wurde unterdessen zur zunehmend isolierten Figur. „Garys Beitrag war größer, als anerkannt wird“, so Bron. „Weil er keine Lieder schrieb, fing er an, zu glauben, sein Talent sei weniger wichtig als das der anderen. Ich hatte lan-ge Gespräche mit ihm, und er sagte immer: ‚Gerry, ich habe nichts (beizutragen).‘ Aber sein Geschenk an die Band war sein unglaubliches Bassspiel. Zu der Zeit nahm er allerdings immer mehr Drogen.“

Thain wurde heroinabhängig, was er zunächst vor der Band geheimhalten konnte. Der Bassist war das einzige Mitglied von Uriah Heep auf He- roin, während einige der anderen Probleme mit Alkohol und Kokain hatten. „Da waren viele Drogen und Alkohol, und das machte es schwieriger, kreativ zu sein“, sagt Bron. „Ich trinke ja auch gerne mal, also fand ich mich mittendrin.“

„Man muss verstehen, wie sehr ich mich auf Kokain veränderte“, gesteht Hensley. „Ich wurde zum Monster, mit dem man nicht mehr arbeiten konnte. Auf unserer ersten US-Tour süchtig zu werden, war der größte Fehler meines Lebens.“

Die wachsenden Spannungen wurden nicht gemindert dadurch, dass Hensley begann, das Songwriting zu dominieren. Fünf der acht Stücke auf THE MAGICIAN’S BIRTHDAY wurden allein vom Keyboarder geschrieben, die restlichen drei von Hensley zusammen mit den anderen, inklu-sive des Gut-gegen-Böse-Titelstücks, auf dem sich ein symbolischer Kampf zwischen Gitarre und Schlagzeug befand, der eines Nachts nach der Rückkehr ins Studio vom Pub entstanden war.

„Kenny war als Songwriter ein absolutes Ge- nie“, sagt Kerslake. „Ich würde auf keinen Fall wollen, dass irgendjemand nicht so denkt. Aber wenn er ein Lied mitbrachte, riss der Rest der Band es in Stücke, setzte es wieder zusammen und macht es zu dem, was es war. Er hätte es ohne das Wissen und Talent von jedem einzelnen Mit-glied nie geschafft.“

Hensley und Bron sehen das natürlich anders. „Ich habe dieses Argument schon so oft gehört“, sagt Bron. „Nun gut, Ken war der Kapitän und die Band das Team. Aber sie hassten ihn irgendwann nur noch.“
„Wäre ich in dieser Situation gewesen, dass ein Typ einen Hit nach dem anderen schreibt, hätte ich ihn sicher nicht angegriffen“, fügt Hensley hinzu. „Ich hätte ihm sein Auto gewaschen und ihm Tee gemacht. Ich würde wollen, dass er so weitermacht.“ Mick Box besteht darauf, dass Hensleys Arbeitspensum die Gruppendynamik veränderte. „Sobald wir Erfolg mit einigen von Kens Lieder hatten, hatte niemand sonst mehr etwas zu melden“, sagt er. „Unterdrückt zu wer-den, führt zu viel Spannung.“
Hensleys Verhältnis zum Rest der Band wurde noch angespannter, als die Tantiemen zu fließen begannen. Als Hauptsongwriter verdiente er deutlich mehr als die anderen – und zeigte es schamlos. „Wenn ich ein neues Auto hatte, habe ich damit angegeben“, sagt er. „Aber ich fordere jeden heraus, damit fertig zu werden, nichts zu haben und dann über Nacht zum Millionär zu werden. Mein Verhalten damals ist auch etwas, das ich ändern würde, wenn ich zurückgehen könnte. Aber das ist natürlich unmöglich.“

Hensley war nicht der einzige, der bei Heep für Misstöne sorgte. Lee Kerslake behauptet, Gerry Brons Ego sei „größer als das von uns allen zu- sammen“ gewesen. Der Drummer erinnert sich an einen Vorfall bei einem Konzert in Rom, als er hörte, wie Bron sich mit dem Booker der Show unterhielt. „Ich bin Uriah Heep, und was ich sa- ge, wird getan“, soll der Manager gesagt haben. „Das ist absolut wahr“, sagt Bron heute. „Ich gab der Band ihren Namen, ich stellte das Ganze auf die Beine – und sie hätten es nie geschafft, wenn ich sie nicht gelenkt hätte. Das ist also keine übertriebene Behauptung.“

Angesichts der wachsenden Probleme versuch-te Techniker Ashley Howe, die Stimmung etwas aufzubessern. „Gerry feuerte mich routinemäßig bei jedem Projekt wegen irgendwelcher Dumm-heiten, z.B. als ich einen Karton wie ein 10-Ton-nen-Gewicht aussehen ließ, ihn an einer Winde hochzog und auf Ken Hensleys Kopf fallen ließ, während er aufnahm. Oder als ich aus Kerzen und einem Wecker etwas bastelte, das wie eine Bombe aussah, und es in Kens Klavier versteckte – bis Lee Kerslake es ticken hörte und aus dem Fenster warf. Aber als Dankeschön für ein fertiggestelltes Album zahlte er mir immer einen Urlaub, wo auch immer ich hin wollte, und stellte mich für das nächste wieder ein.“

Nachdem sie ihre ersten vier Alben in den Lansdowne-Studios in West-London aufgenommen hatten, beschloss die Band, ihre nächsten zwei Platten im Ausland einzuspielen. Alle sind sich heute einig, dass das ein schwerer Fehler war. Der zunehmend durchgedrehte Byron war bei den Aufnahmen zu SWEET FREE-DOM 1973 im Chateau D‘Hérouville bei Paris bereits total außer Kontrolle, während bei WON-DERWORLD – zusammengestellt in München über drei Monate voller Hedonismus und Strei-tereien – Thains und Byrons Probleme immer schlimmer wurden. „Ich werde nie vergessen, wie ich zusah, als David versuchte, die vierspurige Straße zwischen dem Hotel und dem Studio in München zu überqueren“, sagt Box und zuckt zusammen. Autos brausten an ihm vorbei, und ich dachte, er wird sterben. Aber er schaffte es, ohne auch nur einen Tropfen der Champagnercocktails zu vergießen, die er in jeder Hand hielt.“

Die Band versuchte, mit dem Sänger über seine Probleme zu reden, doch sie waren selber nicht ge-rade Unschuldslämmer. „Es wäre heuchlerisch ge- wesen, von ihm zu verlangen, dass er aufhört“, sagt Kerslake. „Außerdem ging er eh nur weg und war beleidigt. Ich denke, er wusste tief in seinem In- neren, dass er sich zerstörte, aber er konnte einfach nicht aufhören.“ Das Ausmaß von Byrons Sucht wurde bei den WONDERWORLD-Sessions deut-lich. „David brach die ungeschriebene Regel, in- dem er halb betrunken mit einer Flasche Dom Pérignon sang“, erinnert sich der Drummer. „Bis dahin hatte niemand getrunken, wenn wir auf-nahmen.“ „Ich erinnere mich immer noch daran, wie in München irgendetwas im Studio Ken ab- zulenken schien“, sagt Bron. „David kroch am Boden und versuchte, an seine Whiskeyflasche in der Overdub-Kabine ranzukommen.“

Die Missverständnisse und Unzufriedenheit hatten ein solches Ausmaß erreicht, dass Box und Kerslake eines Tages während der Sessions ins Studio gingen und feststellen mussten, dass Bron und Hensley nach London zurückgeflogen waren. „Wir waren noch nicht fertig mit dem Al- bum, aber sie hatten die Nase voll“, erzürnt sich Kerslake. „Wie konnten sie es wagen, uns ohne Vorwarnung einfach zurückzulassen?“

Während manche Heep-Mitglieder Bron gerne als Bösewicht darstellen, verteidigt ihn Ashley Howe: „Das war ein Haufen 25-Jähriger, die ihren Rock’n’Roll liebten, aber Gerry wusste, wie man ein Geschäft betreibt. Da war er also mit seinem dreiteiligen Anzug und versuchte, diese Halbirren zu kontrollieren. Er war der beste Manager, den die Band sich hätte wünschen können.“

Box, Kerslake und Hensley sagen heute alle, dass Bron in Bezug auf die Band nicht nur zu viele Positionen besetzte – er vertrat sie jetzt in Sachen Management, Produktion, Touren, Merchandise und als Verleger –, sondern auch, dass seine all-täglichen Verpflichtungen bei Bronze Records und der Kauf der Fluglinie Executive Express dazu führten, dass er nicht mehr voll bei der Sache war. Bron stimmt dem selbst zu. „Ja, ich passte nicht mehr genug auf, aber das kam daher, dass sie ih- ren Job nicht machten“, sagt er. „Ich hatte wohl etwa zu WONDERWORLD-Zeiten das Interesse verloren, weil sie ehrlich gesagt einfach nicht mehr besonders gut waren.“
1974 waren Uriah Heep aller-dings zu einer Gelddruckmaschine gewor-den, die mit einer Ge- folgschaft von 20 Leuten durch die USA tourten. „Aber sie waren noch nicht so erfolgreich, dass sie einfach aufhören konnten – aus welchem Grund auch immer“, sagt Bron.

Auf der WONDERWORLD-Tour wurde Gary Thains Gesundheit zu einem echten Problem. Der gnadenlose Terminplan forderte bei dem heroin-süchtigen Bassisten seinen Tribut. Es gibt viele Geschichten, wonach Thain auf Gepäckwagen in Flugzeuge gebracht werden musste oder seine Bandkollegen Piloten davon überzeugen mussten, ihn mitzunehmen, selbst wenn er in keinem reisefähigen Zustand war. „Wäre Gerry auch nur ein halb so guter Manager gewesen, wie er gerne behauptete, hätte er die Tour abbrechen und diejenigen, die Hilfe brauchten, in Behandlung schi-cken sollen,“ stellt Kerslake fest. „Doch er war so beschäftigt mit seinem Studio, seiner Plattenfirma und seiner Fluglinie, dass er überhaupt nicht an seine wirklichen Geldbringer dachte.“ Bron be antwortet diese Anschuldigungen mit typischer Gelassenheit. „Hör zu“, sagt er, „es ist leicht, diese Dinge jetzt zu sagen, aber damals hat sich nie-mand beschwert. Sie taten weiterhin ohne Wenn und Aber das, was sie taten.“
Mick Box widerspricht energisch. „So eine wichtige Entscheidung für die Band zu treffen, sollte doch wohl das sein, worum es als Manager geht, oder?“, tobt er.

Auf Tour ging der Wahnsinn weiter. Nach einer Show in Harrisburg, Pennsylvania, kippte ein be- rauschter Byron in seinem Hotelzimmer um. Blut strömte aus einer tiefen Kopfwunde, während er komatös auf dem Boden des Badezimmers lag. Hätte der Sänger seinen Zimmerschlüssel nicht einem weiblichen Fan gegeben, wäre er wohl aller Wahrscheinlichkeit verblutet. Laut Bron konnte Byron sich bei seiner Ankunft im Krankenhaus nicht an seinen Namen, sein Geburtsdatum oder seine Adresse erinnern.

„Selbst, als er konfrontiert wurde, kannte David keine Reue“, sagt Hensley. „Er machte keinerlei Anstalten, sich zu ändern. Das konnte eindeutig nicht so weitergehen.“

Eine der Aufgaben der Roadcrew auf der US- Tournee bestand darin, nach jedem Konzert bei Bronze in London anzurufen und auf dem Anruf-beantworter Bericht zu erstatten. „Das war übli-cherweise etwa so: ‚Alles OK hier, das sind die Zahlen…‘ und ‚Wir sitzen im Flieger zum nächsten Gig‘“, sagt Bron. „Aber Byron, der zu diesem Zeitpunkt sehr betrunken war und Pillen nahm, erfuhr davon und fing an, seine eigenen Nachrich-ten zu hinterlassen: ‚Ihr Haufen verfickter Wich-ser‘. Er wusste, dass die Mädchen im Büro seinen Mist transkribieren mussten.“

Bassist Gary Thain verließ Uriah Heep im Ja- nuar 1975 nach Ende der WONDERWORLD-Tour. Elf Monate später, am 8. Dezember, fand seine Freundin ihn tot in der Badewanne seiner Wohnung in Süd-London, gestorben an Lungen-versagen als Folge einer Überdosis Heroin. Er war erst 27. Die Nachricht brachte Ken Hensley da- zu, sich heillos zuzukoksen. Mick Box weiß nicht mehr, wo er war, als er von Thains Tod er- fuhr, aber sagt, „es muss wohl irgendwo auf Tour gewesen sein. Wie fühlte ich mich? Sagen wir es so: Ich war nicht überrascht.“

Nachdem Bassist John Wetton als Ersatz für Thain eingestiegen war, brachte RE- TURN TO FANTASY von 1975 Uriah Heep nach der Ziellosigkeit von WON-DERWORLD so eindrucksvoll auf Kurs, dass es zum bis dato meistverkauften Album der Band wurde. Beflügelt von neuem Selbstbewusstsein, beschloss man, das nächste Album, HIGH AND MIGHTY von 1976, selbst zu produzieren. Box, der die Platte später als „weni-ger ‚eavy, aber mehr ‚umble“ (weniger heavy, aber bescheidener) bezeichnete, gibt zu, dass er mehr daran interessiert war, trinken zu gehen, als tat-sächlich Musik zu machen. „Und das tat er auch, zusammen mit Lee“, sagt Hensley. „John Wetton tauchte manchmal auf, wenn er gerade nicht mit Bryan Ferry beschäftigt war, was nett von ihm war.“

Nach drei Alben außerhalb des Heep-Kosmos, in denen Bron ihn als Leiter der Londoner Round- house-Studios installiert hatte, kehrte Ashley Howe zurück als Toningenieur für HIGH AND MIGHTY. Mit äußerstem Understatement be- schreibt er die Sessions als „schwierig“. „Gewisse Leute wurden schwer kontrollierbar, was nach ein paar Gläsern schlimmer wurde“, erinnert er sich. „Bandmitglieder wurden aufmüpfig. Einer von ihnen hielt es für nötig, mich daran zu erinnern, dass ich als Tee-Junge angefangen hatte. Ich werde nicht sagen, wer es war, aber es war nicht Mickey.“

Box erinnert sich daran, dass Byron in den Studiokeller geschickt wurde, wo ein Mikro aufgebaut war, um die ungewöhnliche Akustik einzufangen. „Nur dass wir den Part aufnahmen und dann, weil Drogen und Alkohol im Spiel waren, den armen David vergaßen. Eine Stunde später drehte jemand einen der Fader auf und wir hörten: ‚Ihr Haufen Arschlöcher. Lasst mich hier raus!‘“

Howe gibt zu, dass ihm unwohl war, als Bron zum letzten Anhören von HIGH AND MIGHTY kam. „Gerry sagte, dass ihm gefiel, was wir getan hatten, aber ich denke, es war emotional schwierig für ihn, nicht mehr beteiligt zu sein. Das muss ein bisschen so gewesen sein, wie ein Kind loszulassen.“

Tatsächlich hasste Bron HIGH AND MIGHTY. „Gerry würde es niemals gefallen, weil er nun mal düpiert worden war“, sagt Hensley. „Ihn als Produ-zenten rauszuwerfen, war die falsche Entscheidung. Wir wollten ihm die Schuld an allem geben, was schiefgelaufen war.“ „Gerry war genauso wichtig für den Aufstieg von Uriah Heep wie für den Ab sturz“, hat Box verlauten lassen.

„Da versuchen sie doch nur, Ausreden dafür zu finden, dass sie es vergeigt haben“, kontert Bron heute. „Das nehme ich ihnen nicht übel. Der wahre Grund für den Niedergang von Uriah Heep war die Reibung zwischen ihnen, vor allem Davids Eifersucht auf Ken. Es war kindisch.“

So sehr sie die Vorstellung fürchteten, wurde der Band klar, dass David Byron gehen musste. Am Ende der Spanien-Tour 1976 wurde er gefeuert. In einer kurz darauf veröffentlichten Stellungnahme sagte Bron, die Entscheidung sei „im besten Interesse der Gruppe“ gefällt worden, und dass „bereits ein Ersatzsänger gefunden“ worden sei.
Byron sagte dem „NME“, er sei „absolut er- leichtert“ durch diese Entwicklung, und fügte hin-zu: „All die Dinge, die mich auseinanderrissen, sind nun weg.“ In Bezug auf Hensleys Dominanz beim Schreiben der Musik sagte er einem niederländischen Magazin: „Wir hätten das Songwriting von allen verwenden sollen. Deswegen ist HIGH AND MIGHTY so ein Reinfall für mich.“

Box, Kerslake, Hensley und Wetton spielten alle auf Byrons Solodebüt TAKE NO PRISONERS (das vor seiner Entlassung entstanden war), doch die Probleme des Sängers bedeuteten, dass er nicht allein weitermachen konnte. „David wollte sich nicht helfen lassen“, sagt Kerslake. „Einmal schlug er mir ins Gesicht, trat mich und schrie mich an. Wir hielten es nicht mehr aus. Wir hatten Angst, dass er uns mit in den Abgrund ziehen würde.“ Es sagt viel über den Status von Uriah Heep aus, dass David Coverdale, Paul Rodgers und Ian Hunter vorsangen, um Byron zu ersetzen, obwohl sie den Job letztlich alle ablehnten. Hunter behauptet, ihm seien 5000 Pfund pro Woche geboten wor-den – 1976 eine Menge Geld. „Mir gefiel nicht wirklich, was sie taten“, sagte er später. Letztend-lich entschied sich die Band für den Lucifer’s Friend-Frontmann John Lawton als Byrons Nachfolger.

Die folgenden Alben FIREFLY, INNOCENT VICTIM und FALLEN ANGEL hielten die Band im Gespräch, aber Lawton und Hensley entfernten sich immer weiter voneinander. Lawton für das misslungene CONQUEST von 1980 durch John Sloman von Lone Star zu ersetzen, war eine kata-strophale Entscheidung, die Hensley veranlasste, die Band zu verlassen. Für Gerry Bron war das al- les zu viel: „In meinen Augen hatten wir ohne Ken, David Byron oder Gary Thain keine Band mehr.“

1982 versuchten Box und der damalige Bassist Trevor Bolder, Byron für das Album ABOMI-NOG zurückzuholen, aber der Sänger war so am Ende, dass er ablehnte. „Wir besuchten David bei sich zu Hause und saßen danach total erschöpft im Auto“, erinnert sich Box. „Ich sagte zu Trevor: Was ist hier gerade passiert? Wir hatten in un- seren Herzen gehofft, dass er wieder einsteigen würde. Aber er trank mehr denn je und versuchte letztlich sogar, mich dazu zu überreden, bei sei-ner Band mitzumachen.“

Byron sollte seine Dämonen nie besiegen. Am 28. Februar 1985 wurde er tot in seinem Haus in Reading aufgefunden. Als Todesursache wur-den Komplikationen durch Alkohol angegeben. Gerry Bron gibt zu, dass er auch heute noch immer über die Entlassung nachdenkt. „Aber was hätten wir tun sollen?“, sagt er. „Alles ab- brechen und warten, bis David sein Leben auf die Reihe kriegt? Wie hätten wir wissen sollen, dass er das dann auch getan hätte? Und was noch wichtiger ist: Wollte er denn überhaupt auf-hören?“

Byrons Weggang bedeutete das Ende von Uriah Heeps erfolgreichster Phase, aber nicht ihrer Karriere – auch heute sind sie noch Teil der Rocklandschaft. Mick Box ist das einzig verbleibende Gründungs-mitglied und hält stolz die Fahne der Band hoch, die er vor mehr als 40 Jahren mit-begründete. Von 1986 bis 2007 genoss die Band – Box, Kerslake, Bassist Trevor Bolder, Sänger Bernie Shaw und Keyboarder Phil Lanzon – eine Phase der Stabilität, die sie zu ihren Hochzeiten in den 70ern nie erlebt hatten. Doch selbst dann holte die Vergangenheit sie gelegentlich wieder ein. Im Dezember 2001 traten Ken Hensley und John Lawton im Londoner Shepherd’s Bush Em- pire bei einem Event namens „The Magician’s Birthday“ mit Heep auf. Hensley denkt ungern daran zurück. „Es war verdammt schlecht“, sagt er. „Ich war nicht richtig vorbereitet und mochte einige der Witze nicht, die sie bei den Proben meiner Songs machten. Ich sah in den Raum, und da hätte jemand stehen sollen, wo Bernie Shaw stand. Es fühlte sich sehr fake an. Aber wenigstens konnte ich mit Lee Frieden schließen.“

„Kens Kommentare zu Bernie sind doch etwas billig“, sagt Box. „Als Band taten wir alles, was wir konnten, damit Ken sich willkommen fühlte, und Humor ist doch immer gut, um das Eis zu bre-chen. Es tut mir leid, dass er das nicht so sah.“ Kerslake verließ die Gruppe 2007 aus gesundheitlichen Gründen. „Bei einer Untersuchung im Krankenhaus wurden acht oder neun Probleme bestätigt, inklusive Tinnitus, Arthritis im Arm, Ellbogen und Knie“, sagt er. „In meinem Alter (64)war es einfach nicht mehr möglich, dass ich noch mal eine Welttournee bewältigen könnte.“

Überraschenderweise erwägen Hensley und Kerslake, wieder zusammenzuarbeiten. Neben seiner Arbeit bei Blackfoot, W.A.S.P. und Cinde-rella sowie seinen Solowerken hielt sich der Key-boarder bis in die späten 90er aus dem Rampen-licht. Heute hat er eine neue Band, Live Fire, und eine Solokarriere. Ein neues Album, LOVE &AND OTHER MYSTERIES, erschien im Juni.

Mick Box will längst nicht kürzer treten. In den letzten beiden Jahren haben Uriah Heep mehr getourt als so manche junge Band, war fünfmal in Amerika, mehrmals in Russland und an so entlegenen Orten wie Südafrika, Georgien und Kasachstan. Die Aufnahmen zum 24. Album der Band sind schon in Planung. Der Gitar-rist sagt, die offensichtliche Verbitterung zwischen Bron und Hensley mache ihn traurig, aber dankt ihnen großmütig für ihre Beiträge, während er Uriah Heep weiter voran treibt.

„Wir haben eine treue und nach wie vor wach-sende Fanbase, die uns oft genug dafür dankt, den Soundtrack zu ihrem Leben zu stellen“, fasst Box zusammen. „Unser Katalog wird bei Geburten, Hochzeiten, Beerdigungen und wichtigen Ereignissen dazwischen gespielt. Jeden Abend sehen wir, wie hunderte und tausende Fans unsere Lieder mitsingen, alte und neue, manchmal mit Freudentränen in den Augen. Das verstehe ich unter Erfüllung.“
„Ich bin sehr stolz, dass wir mit einer ziemlich begrenzten Menge Talent und viel Entschlossen-heit etwas Riesiges erschaffen haben“, sagt Hensley mit einer gewissen Bescheidenheit. „Rück-blickend ist mir klar, dass die Band aus vielen Gründen zerbrach, die alle nichts mit der Musik zu tun hatten, und das ist enttäuschend.“

TEILEN
Vorheriger ArtikelRival Sons
Nächster ArtikelThin Lizzy
  • Fred Forster

    Traurig, Gary Thain war mein leuchtendes Vorbild, als ich Anfang der 70er (als fauler Gymnasiast, immer vom Hängenbleiben bedroht, der ohnehin Rockstar werden wollte und gar nicht drauf aus war, jemals Abitur zu machen) mit meinem lausigen Klira-Bass versuchte, irgendetwas auf die Reihe zu kriegen, nicht zuletzt auch, um bei den Mädels zu punkten und Byron kam wegen seiner Stimme sowieso gleich nach dem lieben Gott. Daß Thain schon seit 75 tot war, hatte ich lange gar nicht auf dem Schirm, und als ich Ende 86 noch immer kein Rockstar war und deshalb mit fast 30 ein Jurastudium anfing (seit April 94 Rechtsanwalt und nur noch Freizeitmucker), wußte ich auch nicht, daß sich Byron da schon ein Jahr vorher totgesoffen hatte. War vielleicht ganz gut, daß es bei mir nur zum Provinzmucker gereicht hatte, auch wenn ich Thains echt geile Bassläufe inzwischen aus dem ff. nachspielen konnte, – ich lebe wenigstens noch. Aber „Demons and Wizards“ ist für mich noch immer das Geilste, das die Band je zustandegebracht hat.