Volbeat sind eine Liveband durch und durch. Nun kann man sich ihre Bühnenqualitäten mit der neuen DVD LIVE FROM BEYOND HELL/ABOVE HEAVEN ins heimische Wohnzimmer holen – auch wenn Bandchef Michael Schøn Poulsen eigentlich kein Freund von Live-DVDs ist.

VOLBEAT1_Credit_Andreas_BøndingMichael Poulsen ist ausgeruht und entspannt. Und das, obwohl Volbeat gerade von einer sechswöchigen Nordamerika-Tour zurück sind und die nächsten Konzerte in Europa vor der Tür stehen. „Endlich bin ich für ein paar Wochen zu Hause“, lacht Poulsen. „Es tut gut, mal ‚normale‘ Sachen machen zu können.“ Dazu hat der dänische Musiker selten Zeit, denn Volbeat zieht es auf die Bühne. Dort haben sie auch beinahe das gesamte letzte Jahr verbracht, in dem sie neben Headliner-Tourneen durch Europa auch auf fast jedem Festival des Sommers gespielt haben.

Volbeat on stage – das gibt es seit kurzem auch für zu Hause: mit der DVD LIVE FROM BEYOND HELL/ABOVE HEAVEN. Poulsen war allerdings an-fangs nicht wirklich begeistert von dieser Idee: „Ich bin persönlich kein großer Fan von Live-DVDs. Es ist verdammt schwer, den Originalsound und die Stimmung einzufangen. Ich hatte schon oft Produkte in der Hand, bei denen das schrecklich misslungen ist.“ Umgestimmt wurden Poulsen und Volbeat schließlich von ihren Fans. „Als Band musst du eben tun, was deine Fans wollen“, grinst der Sänger. „Und der Wunsch nach einer Live-DVD besteht schon lange. Also haben wir schließlich doch zugestimmt, aber gleichzeitig auch beschlossen, dass diese DVD etwas Besonderes werden soll.“

Was der Band auch gelungen ist. Denn Volbeat haben extra eine spezielle Show in ihrer Heimatstadt Kopenhagen auf die Beine gestellt. „Eigentlich hätte dieses Konzert überall in Europa stattfinden können. Aber wir sind stolz auf unsere Herkunft, und das wollten wir unseren dänischen Fans auch zeigen“, erklärt er die Wahl.

Obwohl Volbeat alte Rampensäue sind, waren sie vor den Aufnahmen etwas nervös. „Es musste einfach alles passen“, erinnert sich Poulsen. „Falls du an diesem Tag schlecht drauf bist, hast du Pech gehabt – es wird trotzdem aufgenommen. Das Gefühl auf der Bühne ist angespannter, weil du dir der ganzen Kameras bewusst bist. Wenn du dich an alles gewöhnt hast, wird es leichter, aber ich bevorzuge dann doch Konzerte, an denen nicht dauernd eine Kamera um mich herumschwirrt.“ Als besonderes Schmankerl haben Volbeat zu diesem Konzert beinahe alle Gastmusiker eingeladen, die sie auch auf ihren Alben unterstützt haben, wie Mille Petrozza von Kreator, Michael Denner von Mercyful Fate oder den Boxer Mikkel Kessler. „Viele Fans haben Volbeat schon oft live gesehen, deswegen wollten wir ihnen etwas bieten, was es bis dato noch nicht gab. Außerdem hat es auch uns großen Spaß gemacht, mit all diesen tollen Musikern spielen zu dürfen.“

Als das Leben auf Tour zur Sprache kommt, muss Poulsen grinsen. „Auf Tour geschieht meistens viel weniger, als man denkt“, erzählt er. „Die meiste Zeit sitzt du im Bus oder wartest, dass du endlich auf die Bühne kannst. Richtig Spannendes gibt es nicht.“ In den USA hatte die Band jedoch die Möglichkeit, einige ihrer Idole einmal persönlich zu treffen. „In Dallas sind wir King Diamond (Frontmann von Mercyful Fate – Anm.d.R.) begegnet“, strahlt der Mu-siker. „Außerdem waren wir bei Vinnie Paul (ehemals Drummer bei Pantera und Damageplan – Anm.d.R.) zu Hause und haben mit ihm gefeiert.“

Zu Hause konzentriert sich Poulsen auf das Schreiben neuer Songs. „Auf Tour sammle ich zwar immer Ideen und nehme sie mit meinem Handy auf, aber zum richtigen Komponieren komme ich immer nur zu Hause. Dort versuche ich dann, alle Stücke zusammenzufügen und konzentriert an neuem Material zu arbeiten. Es ist oft schwer, die Zeit dafür zu finden. Aber irgendwie funktioniert es immer.“ Dann fügt er noch lachend hinzu: „Also keine Angst. Es wird definitiv ein neues Album von Volbeat geben.“