Vom Tellerwäscher zum Millionär so kennt man ihn, den amerikanischen Traum. Vielleicht wird diese Geschichte auch eines Tages für Devin wahr, auch wenn man sie ein bisschen abwandeln muss. Denn bevor der junge Amerikaner den Rock‘n‘Roll für sich entdeckte, arbeitete er als Lagerarbeiter im Hafen von Brooklyn. „ Der Job war schrecklich“, erzählt er. „Außerdem lebte ich damals zusammen mit einem Kumpel in einer kleinen Kellerwohnung in Park Slope das war ein Rattenloch ohne Fenster. Wir waren beide recht depressiv und konnten uns zu nichts richtig aufraffen. Ich hasste New York und jeden Menschen um mich herum.“

Seine Rettung war auch wenn das jetzt natürlich sehr klischeebehaftet klingt die Musik. „Ich spiele Gitarre seit ich etwa 15 Jahre alt war, aber ich war erst nicht mit Leib und Seele dabei“, blickt Devin zurück. „Doch eines Tages fragte mich ein Freund, ob ich ihm bei den Aufnahmen seiner CD helfen könnte. Er machte R&B und Hip Hop. Musik, die mir eigentlich nicht gefällt. Ich sagte damals einfach nur zu, damit ich etwas zu tun hatte. Doch während der Aufnahmen machte es Klick. Da merkte ich, dass ich genau das machen möchte. Ich liebte es.“

Also fing Devin an, Songs zu komponieren. „Meine ersten Versuche waren grauenvoll“, lacht der Mann mit der Tolle. „Dann überlegte ich, welche Musik ich wirklich machen möchte. Mir gefielen die klassischen Genres immer am besten Rock‘n‘Roll und Blues. Also beschloss ich, es damit zu versuchen. Und plötzlich waren die Songs nicht mehr ganz so schlimm. Ich wurde sogar immer besser.“

Seine musikalischen Vorbilder sind vielfältig, doch vor allem Iggy Pop hat es ihm angetan. Was man auch in einigen Songs deutlich hören kann. „Komischerweise habe ich Iggy Pop erst recht spät für mich entdeckt. Damals war ich schon etwa 24 Jahre alt“, erinnert sich Devin. „Ich stolperte auf YouTube über sein Video zu ›The Passenger‹. Der Song packte mich sofort, er sprach mich persönlich an. Was er tat, traute sich sonst beinahe niemand. Er ist offensichtlich ein erwachsener Mann, benimmt sich jedoch immer noch wie ein Kind. Das ist unsagbar cool. Das möchte doch jeder tun: Auf die Bühne gehen und einfach komplett ausrasten, ohne dabei jedoch wie ein Vollidiot auszusehen. Jeder kann sich auf eine Bühne stellen und den Deppen spielen, aber bei ihm wirkt alles so echt. Damals begriff ich, dass Rockmusik eingentlich Spaß machen sollte. Doch meistens tut sie das nicht. Als ich noch zur Schule ging, gab es nur schreckliche Rockmusik.“

Deswegen wollte Devin auch ein spaßiges Album machen. „Ich schreibe über Dinge, die jeder kennt. Das Album spielt nachts und handelt davon, mit deinem oder deiner Liebsten umherzustreifen.“ Das Thema Liebe gefiel dem Musiker, was man auch am Titel ROMANCING sieht. „ Ich verliebte mich schnell in diese Idee“, grinst Devin. „Hier ist ein Song über Eifersucht, hier einer, dessen Titel der Name des Mädchens ist… Ich habe daraus jetzt kein richtiges Konzept gemacht, aber das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Platte.“

Aufgenommen hat er die Songs bei sich zu Hause. „Für mich gehört der Prozess des Aufnehmens mit zum Song- writing dazu. Ich schreibe meine Songs, während ich aufnehme. Ich kann nicht einfach mit der Gitarre dasitzen und herumklimpern. Ich muss das alles sofort aufnehmen. Aus diesen Teilen baue ich anschließend meine Songs zusammen.“ Den Feinschliff bekamen die Stücke schließlich von Chris Zane. „Ich bin stolz auf das Album“, sagt Devin. „Ich hoffe, die Leute werden auch Spaß daran haben.“