Während Griechenland die Schlagzeilen bestimmt, vergisst man fast, dass Portugal ebenfalls am wirtschaftlichen Abgrund steht. Doch in einem Land, das die Melancholie in Form der berühmten saudade und des noch berühmteren Fado in der Volksseele trägt, macht man einfach weniger Wind um so ein bisschen Krise.

Wundern sollte es jedenfalls niemand, dass die Blues-Musik am Tejo auf fruchtbaren Boden fällt, schließlich ist sie seelenverwandt mit dem Fado und folglich bestens geeignet, um laue Nächte im Bairro Alto zu beschallen. Frankie Chavez tut das auch mit größter Begabung und maximaler Leidenschaft, wie sein neues Album FAMILY TREE belegt. Hier spielt der Multiinstrumentalist wie einer der arrivierten Granden des Genres, aber lässt seine Heimat nicht außen vor: Welcher US-Blueser nimmt schon die klassische portugiesische Gitarre in die Hand?

So schafft Frankie Chavez seine ganz eigene Version des Bluesrock, die Folk und moderne Einflüsse ebenso zulässt wie einen unverhohlenen Enthusiasmus, den so mancher Delta-Fundi schon als Sakrileg empfindet. Blues, so viel steht fest, muss eben keine Musik nur für die traurigen Momente sein, sondern darf durchaus auch mal Spaß machen!

Den hat Frankie sichtlich, wenn er auf der Bühne steht, und nachdem er in seiner Heimat schon in ehrwürdigen Hallen auftreten durfte, ist nun auch die Eroberung des Rests der Welt dran. Nach ausgedehnten Konzertreisen durch Portugal führt sein Weg 2012 auch nach Nordamerika, und Europa wartet ebenfalls auf den begnadeten Komponisten und Musiker!

Zeit also für gute News aus der südwestlichsten Ecke des Kontinents und sollte sich der verdiente Erfolg nicht einstellen, muss eben wieder die saudade ran. Wir wetten jedoch, dass es dazu nicht kommen wird!

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