poisonVor 30 Jahren erschien LOOK WHAT THE CAT DRAGGED IN von Poison. Wie kaum eine andere Band prägten sie den Begriff des Posers, auf und abseits der Bühne. Die von vielen Fans erwarteten Aktivitäten zum Jubiläum des Megasellers blieben heuer aus, aber für 2017 darf gehofft werden.

Poison werden 1983 in Harrisburg gegründet. Anfangs noch unter dem Namen Paris und mit Matt Smith an der Gitarre. Mit dem Umzug ein Jahr später nach L.A. und dem neuen Gitarristen C.C. Deville – auch Slash hatte vorgespielt – nehmen Bobby Dall, Rikki Rokkett und Bret Michaels ihren ersten Longplayer auf. Dank MTV, dem aufkommenden Glam- und Hair-Metal und einer Tour mit Ratt schafft es das Album auf Platz 3 der Billboard Charts und verkauft sich drei Millionen mal.

1988 dann OPEN UP AND SAY… AH! mit der Megaballade ›Every Rose Has Its Thorn‹. Auch FLESH & BLOOD im Anschluss hat mit ›Unskinny Bop‹ und ›Something To Believe In‹ große Kommerzkracher am Start. In den 90ern scheinen Substanzen und Ruhm Dall und Deville zu Kopf zu steigen, denn es kommt zu Handgreiflichkeiten innerhalb der Band. Legendär die Schlägerei hinter der Bühne zwischen C.C. Deville und Bret Michaels bei den 1991er MTV Awards sowie die Auseinandersetzung des Sängers mit Bobby Dall 2006 bei einem Konzert.

In den 90ern läuft die Band ohne Deville, mit Gitarristen wie Richie Kotzen und Blues Saraceno ihrem früheren Ruhm hinterher. Erst im neuen Millennium erscheinen wieder Studioscheiben wie CRACK A SMILE… AND MORE und HOLLYWEIRD. Während der ehemalige Gitarrist in seiner Abwesenheit mit Samantha 7 nur mäßigen Erfolg hat, startet Bret Michaels solo als Sänger, Schauspieler und Geschäftsmann durch. Michaels hat nicht nur TV-Shows wie „Rock Of Love“ auf der Habenseite, er verkauft heute auch Inneneinrichtungs- und Lifestyle-Produkte. Rikki Rokkett ist unternehmerisch mit Schlagzeug-Sonderanfertigungen und Merchandise unter dem Namen Fallen Angel Customs aktiv. Auch gesundheitlich sind die beiden häufiger in den Schlagzeilen – Michaels mit seinem Kampf gegen Diabetes und Rokkett mit einer kürzlich überstandenen Krebserkrankung. Deville hielt sich über die letzten Jahre durch Fernsehrollen im Gespräch, während Dall nur wenig in der Öffentlichkeit gesichtet wurde.

Seit der großen 2012er US-Tour in Originalbesetzung zusammen mit Def ­Leppard und einzelnen Auftritten auf Groß- und Privatveranstaltungen gibt es Poison-Songs vorrangig bei den Konzerten von Bret Michaels – oder bei einer der raren Shows der Special Guests mit Ricki Rockett und Mitgliedern seiner Forma­tion Devil City Angels.

Für eine Neuauflage der Poison/Def-Leppard-Tour, die Bret Michaels für 2017 in Aussicht gestellt hat, wären auch wieder Deville und Dall an Bord. Allerdings wartet die Glam-Welt noch auf Bestätigungen aus beiden Bandlagern.