soul asylum
›Runaway Train‹ von 1992, ausgezeichnet mit mehrfachem Platin, war nicht nur kommerziell der größte Erfolg der Indie-Rocker aus Minneapolis, auch in anderer Hinsicht war die mit einem Grammy belohnte Single höchst effektiv. Dank des Songs und des dazugehörigen Videos, das Bilder von vermissten Kindern zeigte, konnten sogar einige dieser „Runaways“ wieder gefunden werden.
Bis zum endgültigen Durchbruch mit ›Runaway Train‹ und dem dazugehörigen Album GRAVE DANCERS UNION hatte die 1983 von Loud Fast Rules in Soul Asylum umbenannte Truppe schon vier wenig beachtete Alben auf Indie-Labels released, bevor 1988 der erste Major an die Tür klopfte. Aber erst der Deal mit Columbia zwei Jahre später bescherte Soul Asylum zwar Kritik im Indie-Lager, aber auch bald den internationalen Durchbruch.
In den goldenen bzw. platinen Jahren konnte Frontmann Dave Pirner dann sogar für einige Zeit Winona Rider daten, und die Band weitere gefragte Longplayer wie LET YOUR DIM LIGHT SHINE und CANDY FROM A STRANGER veröffentlichen, bevor man sich zum ausklingenden Jahrtausend eine Bandpause verordnete.
Pirner brachte in der Folgezeit einige Filmbeiträge und 2002 sein erstes Soloalbum an den Mann und kam zwei Jahre später wieder mit den Jungs zusammen.
Nach dem Tod von Bassist Karl Mueller ist heute von der Original-Besetzung nur noch Dave Pirner, der seinerzeit als Schlagzeuger begonnen hatte, an Gitarre und Mikro übrig. Letztes Jahr kollaborierte Pirner mit Within Temptation für die Single ›Whole World Is Watching‹ und noch heuer soll nach DELAYED REACTION von 2012 ein über Pledge finanziertes neues SA-Werk in die Läden kommen.
Internationale und europäische Dates sind (noch) nicht angekündigt, aber in den Staaten sind Pirner & Co fleißig auf Club-Level unterwegs und spielten im letzten Juli unter anderem Shows mit den kultigen Alternative-Kollegen von den Meat Puppets. Damit sind Soul Asylum dem früheren Indie-Spirit, obwohl es auch für diese Shows VIP-Packages gab, heute wieder wesentlich näher als zu Zeiten von ›Runaway Train‹.