Was macht eigentlich: Jerry Lee Lewis?

Jerry Lee Lewis Mean Old Man„Wenn ich in die Hölle komme, werde ich dort Piano spielen“, hat Jerry Lee Lewis einst gesagt. Zum Glück ist es noch nicht so weit und der legendäre Rock’n’Roller haut noch immer in die Tasten. Das tut der heute 82-Jährige zwar nicht mehr so wild wie zu seiner Glanzzeit, auch das be­­rühmte Wegkicken des Klavierhockers funktioniert weniger geschmeidig. Dem Titel seines 2006er Duett-Albums LAST MAN STANDING entsprechend ist die unter dem Spitznamen „Killer“ bekannte Ikone aber noch immer unterwegs.

Nachdem Lewis mit Anfang 20 von Ferriday in Louisiana nach Memphis in Tennessee gezogen war, spielte er dort 1956 bei Sun Records vor. Auf einer Probeaufnahme er­­kannte Sam Phillips, der auch Elvis unter Vertrag genommen hatte, das Potenzial dieses wilden Pianisten und Sängers und begann ihn zu fördern. Im Dezember des Jahres kam es zum Treffen und den Sessions des als „Million Dollar Quartet“ in die Geschichte eingegangenen Vierers Jerry Lee Lewis, Elvis Presley, Johnny Cash und Carl Perkins. Von Perkins stammt angeblich der Tipp mit dem Wegtreten des Hockers. Wobei es Lewis bei diesem Bühnengag nicht belassen sollte, mit Händen und Füßen spielte, um sein Instrument herumlief und dieses auch gerne mal anzündete.

Mit Hits wie ›Whole Lotta Shakin’ Goin’ On‹, ›Great Balls Of Fire‹ und ›Breathless‹ lieferte Lewis in den 50ern etliche Klassiker ab. Die anzüglichen Texte, extrovertierten Auftritte und vor allem das skandalöse Privatleben – hinlänglich dokumentiert ist die Ehe mit seiner 13-jährigen Cousine Myra – legten ihm einige Stolpersteine in den Weg. In den Folgejahrzehnten verlagerte sich der Rock’n’Roll- und Rockabilly-Pionier immer mehr auf die Country-Musik und konnte auch hier mit ›Me And Bobby McGee‹ und ›Chantilly Lace‹ Erfolge feiern. Bis 1983 landete er 65 Singles in den Country-Charts!

Über die Jahre war er immer wieder mit berühmten Zeitgenossen unterwegs, darunter Roy Orbison. 1989 wurde ihm mit „Great Balls Of Fire“ mit Dennis Quaid in der Hauptrolle ein cineastisches Denkmal gesetzt. Auch Platten nimmt das zeitweilig drogenabhängige En­­fant Terrible weiterhin auf. Zuletzt MEAN OLD MAN 2009 und ROCK & ROLL TIME 2014.

Live tritt der Killer noch regelmäßig auf, wie am 2. März auf dem „Strawberry Festival“ in Plant City in Florida und am 21. April auf der „Viva Las Vegas Car Show“ in der Stadt der Sünde. In das neue Jahr rutschte Lewis mit einer Silvester-Performance in seinem eigenen Restaurant „Jerry Lee Lewis’ Café & Honky Tonk“ in Memphis. In der Nähe liegt die „Lewis Ranch“, die wie „Graceland“ sogar besichtigt werden kann. Die Führungen über das Anwesen übernehmen meist Familienmitglieder, aber das zum siebten Mal verheiratete Oberhaupt taucht gelegentlich auch höchstpersönlich auf.

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