The_Yellow_Sea_93921Spannung UND soziales Gewissen, zu allem Überfluss auch noch mit reichlich Sozialrealismus angereichert? Das klingt eindeutig nach zuviel „sozial“. Doch so kann man sich irren. Denn wer sich ob dieser Vorurteile den zweiten Film von Südkoreas Regie-Hoffnung Na Honkjin („The Chaser”) entgehen lässt, verzichtet auf einen der besten Genrefilme des letzten Jahres. In dessen Mittelpunkt steht ein mittelloser Taxifahrer, der trotz Schulden und Kredithai-Drohungen die Finger nicht vom Spielen lassen kann. Immer tiefer rutscht er so in die Miesen, bis ihm sein Chef ein ebenso verlockendes wie lukratives Angebot macht: Von der wenig einladenden Grenze Nordkorea-China soll er nach Südkorea reisen und dort mit einem Auftragsmord sämtliche Schulden vergessen machen. Und gleichzeitig könnte der arme Tropf dort auch nach seiner verschollenen Gattin fahnden, die sich vor vielen Jahren ins gelobte Land aufmachte, um dort ihr Geld zu verdienen. Ungemein spannend, mit tiefen Einblicken in das gesellschaftliche Klima an der Peripherie des südostasiatischen Booms, erweist sich Hongjins Krimithriller als schlicht großes Genrekino.