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Neil Young liebt seine Eisenbahn

Im Leben des Schöpfers von ›Heart Of Gold‹ und ›Southern Pacific‹ gibt es noch eine weitere Leidenschaft: zu Schienen und Miniatur-Loks.

Seine Musik-Karriere währt nun schon seit einem halben Jahrhundert. Im Jahr 1963 nahm der „Godfather Of Grunge“ die Single ›Sultan‹ mit der Gruppe The Squires auf. Danach folgten fast 40 reguläre Alben, zwölf Live-Platten und vier Soundtracks. Außerdem ist Young politischer Aktivist, Vater von acht Kindern, Umweltschützer und federführend aktiv bei diversen sozialen Projekten.

Seit vielen Jahren ist er allerdings auch Mitinhaber der Modelleisenbahn-Firma Lionel, dem amerikanischen Pendant zu Märklin. „Meine Eisenbahn-Anlage selbst ist eine historische Anlage“ – diese Worte stehen gleich im ersten Kapitel der Young-Autobiographie „Ein Hippie-Traum“.

Für sie hat Young eine Blockhütte bauen lassen, die am Rande seines Anwesens steht. Außerdem wurde die Modellwelt in handwerklicher Detailarbeit aus Naturmaterialien wie echtem Moos, Mammutbaum-Wurzeln und sogar künstlich bewässerten Pflanzen aufgebaut. „Das hat was sehr Beglückendes und Befreiendes“, sagt Young über sein Hobby.

Auch in technische Bereiche mischte er sich mit viel Enthusiasmus ein. Ihm gefiel der Sound der Lokomotiven nicht, er war nicht echt und fulminant genug. In Zusammenarbeit mit der Firma Quinn-Severson wurde also ein Soundsystem für Modellbahnen entwickelt. Außerdem entstand ein modernes Ton- und Steuerungssystem für die Triebwagen, inklusive einer neuartigen Rauch-Einheit für die Lok. Seitdem geht es viel realistischer auf den Mini-Schienen zu.

Doch lief nicht immer alles in reibungslosen Bahnen: 1995 geriet Lionel in eine schwere Krise. Damals kaufte Young Firmenanteile, um das Unternehmen zu retten. Weitere Einschnitte und Veränderungen folgten, doch im November 2004 ging Lionel in die Insolvenz. Nur durch eine Umstrukturierung in eine andere Gesellschaftsform konnte das Unternehmen gerettet werden, außerdem mussten die Produktionsstätten nach China und Korea verlagert werden. Doch Neil Young bleibt wie so oft stur: Seine Firmenanteile hat er bis heute nicht verkauft.

Text: Peter Hesse